Wird St. Theresia bald entweiht? Kumpfmühler sind um ihre Kirche besorgt
Wird die frühere Klosterkirche St. Theresia verkauft? Laut dem Geschichts- und Kulturverein gibt es konkrete Absichten. Also geht man auf die Barrikaden.
Im Stadtteil Kumpfmühl wächst die Unsicherheit. Allein schon der Gedanke daran, dass die Kirche St. Theresia demnächst nicht mehr für Gottesdienste bestimmt sein könnte, treibt Hubert H. Wartner auf die Barrikaden. Nun will der Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg-Kumpfmühl (GKVR) den möglichen Verkauf der früheren Klosterkirche in den Fokus nehmen. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung zum 15-jährigen GKVR-Jubiläum wird das Thema bei einem Podiumsgespräch aufs Tapet gebracht. Dies findet am Donnerstagabend im Pfarrsaal St. Wolfgang statt.
„Man könnte sagen, Kumpfmühl ist in großer Sorge“, betont Wartner im MZ-Gespräch. So habe es sich herumgesprochen, dass der Orden der Unbeschuhten Karmeliten als Eigentümer des Sakralbaus „nicht mehr in der Lage“ sei, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu erhalten. Als Lösungen stünden der Verkauf oder Erbpacht im Raum. Entsprechende „Verhandlungen mit zahlungskräftigen Investoren“ würden bereits geführt. Die größte Befürchtung sei nun, dass das „Damoklesschwert der Profanierung über dem Ganzen schwebt“. Wartner: „Hier sehen wir uns als GKVR in der Pflicht, wenigstens auf die Sache aufmerksam zu machen.“ Der Verein setze sich für eine „würdige Nachnutzung“ ein, die im Sinne der Kumpfmühler sei.
Sanierung würde Millionen kosten
Allem Anschein entgegen ist die Kirche St. Theresia nicht im Eigentum der Pfarrei St. Wolfgang. Darüber klärt Rainer Girg, der zweite GKVR-Vorsitzende, auf: „Die Kirche wird seit 1987 von der Kirchenstiftung St. Wolfgang seelsorgerisch betreut. Dies ist vertraglich mit dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten geregelt“, sagt er. Die Nutzung obliege der Pfarrei, auch kleine Reparaturen sowie Reinigungsarbeiten würden von ihr erledigt.
Ob mit einem möglichen Verkauf der Kirche auch positive Signale zu erwarten sind, bleibt vorerst ungewiss. Wartner: „Man könnte aber die Gelegenheit nutzen, auch den Umgriff des beliebten Quartiersmittelpunkts einer Überarbeitung zu unterziehen.“ Der Vereinsvorsitzende spielt hierbei auf den Weiher und den Park im direkten Umfeld an.
Was ist nun dran an den Verkaufsgerüchten? Auf die telefonische Anfrage unserer Zeitung reagierte der Orden der Unbeschuhten Karmeliten zurückhaltend. „Es ist noch nicht so weit. Es gibt keinen Käufer und keinen Vertrag, aber viele Überlegungen“, hieß es knapp. Seinen Namen wollte der Gesprächspartner nicht nennen. Wenn aber die Pläne konkret seien, dann werde man „alles rechtzeitig mitteilen“.
Prälat Michael Fuchs, Pfarrer von St. Wolfgang, bestätigt dagegen die Aussagen vom GKVR. „Die Kirche St. Theresia ist uns zum Verkauf angeboten worden. Wir haben abgelehnt, denn wir müssen schauen, dass wir die große Pfarrkirche erhalten können“, sagt er im Hinblick auf begrenzte finanzielle Mittel. Zusätzlich sei eine Sanierung der Theresienkirche, die „in die Millionenhöhe gehen würde“, nicht zu stemmen. Insbesondere die Sanierung des maroden Dachs sowie die Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden im Untergrund seien sehr kostenspielig.
Grundsätzlich habe Fuchs Verständnis dafür, dass der Orden das Gebäude zum Verkauf anbiete, denn seit 1987 seien die Unbeschuhten Karmeliten nicht mehr mit Patres im ehemaligen Klostergebäude vertreten. Allerdings: Einer Profanierung und somit einer Entweihung von St. Theresia habe die Kirchenverwaltung „nicht zugestimmt“. Eine Profanierung müsse laut Kirchenrecht „vom Diözesanbischof vorgenommen“ werden.
Erbaut wurde die Kirche St. Theresia in kürzester Zeit. Die Grundsteinlegung erfolgte im Mai 1899 – und am 27. August 1900 weihte Bischof Ingnatius von Senestrey den Bau ein. Namenspatronin der neubarocken Kirche ist die Heilige Teresa von Ávila (1515 bis 1582). Angrenzend an das Gebäude befinden sich die ehemaligen Kloster- und Seminargebäude der Karmeliten, die ebenso im Besitz des Ordens sind.
− mds