Schwanenplatz: Das Luxus-Klo ist endlich in Betrieb

Von Pascal Durain · 24. August 2022 um 10:45

Es geht! Nach jahrelangen Verzögerungen und Baukosten von fast 900.000 Euro ist die Toilettenanlage am Schwanenplatz in Betrieb.

Wer hier seine Notdurft verrichten will, kann ab sofort auf einen grünen Knopf drücken, und nach einem schrillen Ton das neue WC betreten. Innen offenbart sich im wohl teuersten Klo der Stadt kein Gold, sondern weiße Fliesen, Kunststoff-Boden in Granit-Optik und Armaturen aus Stahl.

Neben Standard-Toiletten gehört zur Anlage auch eine sogenannte „Toilette für alle“, die auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen ausgerichtet ist, teilt die Stadt dazu mit. Bei einer „Toilette für alle“ handelt es sich um eine Behindertentoilette mit einer Mindestgröße von circa zwölf Quadratmetern. Über die übliche Ausstattung hinaus verfügen diese Toiletten über eine höhenverstellbare Pflegeliege, einen Personen-Lifter an der Decke und einen luftdicht verschließbaren Abfalleimer.

Rund um die Uhr zugänglich

Laut Stadt könne die behindertengerechte Toilette mit dem Euro-WC-Schlüssel zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden. Sonst sei die WC-Anlage täglich von 7 bis 22 Uhr geöffnet.

Das Servicegebäude am Schwanenplatz wurde als Teil der Gesamtmaßnahme „Neugestaltung des öffentlichen Raumes zwischen Schwanen- und St.-Georgenplatz“ in einem städtebaulichen Wettbewerb geplant. In dem Gebäude befinden sich eine Toilettenanlage mit fünf Sanitärobjekten und der „Toilette für alle“, überdachte Sitzgelegenheiten bzw. ein Wartebereich für Busreisende sowie ein Technikraum. Die Gesamtkosten für den Bau des Servicegebäudes – inklusive einer aufwändigen Tiefgründung, wie die Stadt in ihrer Mitteilung betont – betragen rund 890.000 Euro. Bei einer Tiefgründung muss die Last des Gebäudes tiefer in den Boden geführt werden. Zur Gesamtmaßnahme gehören neben den Grünflächen rund um die Anlage noch Trinkwasserbrunnen. Diese sollen im Frühjahr 2023 in Betrieb genommen werden.

Planungen seit 2013

Das als Luxus-Klo bekannte Bauprojekt sorgteimmer wieder für Diskussionen. Ursprünglich sollte das städtische „Servicegebäude“zur Eröffnung des nahen Bayern-Museums im Juni 2019 fertiggestellt sein, seit 2013 wurde die Reisebushaltestelle mit WC und Bank geplant. Verzögert hatte sich die Errichtung laut Stadt zuletzt, weil man den Auftrag viermal habe ausschreiben müssen, bis ein akzeptables Angebot eingegangen gewesen sei.

Hinter dem rechteckigen Haus waren am Dienstag noch Bauarbeiter mit letzten Pflasterarbeiten beschäftigt. Für sie stand hinter dem Multifunktionsgebäude ein Dixi-Klo bereit. Dieses Toilettenhäuschen sei von der ausführenden Baufirma zu Beginn der Pflasterarbeiten aufgestellt worden, teilt die Stadt mit. Das Dixi-Klo soll in Kürze abgeholt werden.