Das Turm-Chalet in Berching soll bereits Ende 2022 öffnen

Von Bernhard Neumayer · 20. Juli 2022 um 15:27

Aktuell ist der Berchinger Ziegelturm eine Ruine, in fünf Monaten soll er ein Schmuckstück sein. Für das kleine Hotel sucht der Investor jetzt noch einen Manager.

Das Baugerüst, das den Ziegelturm in Berching ummantelt, verdeutlicht: Die Arbeiten für das kleine Hotel in dem denkmalgeschützten Gebäude sind in vollem Gange. Unsere Zeitung hat sich deshalb mit Investor Ernst Burger getroffen, um sich ein Bild über den Baufortschritt des Großprojekts zu verschaffen.

Im Frühjahr ging es los

Nach Aussage des Unternehmers liegt die Baustelle im Zeitplan. Im Juli 2021 hatte Ernst Burger den Ziegelturm von der Stadt Berching auf Erbbaurecht-Basis für die nächsten 66 Jahre gekauft. Im Frühjahr dieses Jahres starteten die Bauarbeiten, seit wenigen Wochen bekommen die Berchinger ob des Gerüsts davon auch augenscheinlich etwas mit.

Zuletzt wurde die Windfahne des Turms vergoldet. Zimmerer haben in den Wochen zuvor bereits den Dachstuhl saniert. Beschädigte Ziegel haben sie ausgebaut und erneuert. Auch die Fenster wurden herausgenommen. Soweit möglich, werden die alten Fensterrahmen saniert. Unbrauchbare werden ausgetauscht. „Wir versuchen, sehr viel zu restaurieren, um so viel wie möglich zu erhalten“, sagt Burger, der nach eigenen Aussagen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt.

Nachdem bereits die Wärmeleitungen und Glasfaserkabel verlegt worden sind, stehen nun im Inneren des Turms weitere restauratorische Arbeiten an. Derzeit wirkt der Ziegelturm noch so, wie ihn die Berchinger seit Jahren kennen: kalt, trist, dreckig, gelb.

Dieses Bild soll sich nach Meinung des Investors spätestens nach der Eröffnung des Hotels ändern. Er verspricht eine wohlig warme Atmosphäre. Dafür sollen nicht nur Sichtbalken sorgen, sondern auch eine Fußbodenheizung. Zudem wird die blassgelbe Farbe an der Außenfassade in den kommenden Wochen und Monaten verschwinden. Sie weicht einem mauergrauen Farbton. „Der Turm soll mit den anderen Türmen Berchings ein harmonisches Stadtbild abgeben“, sagt Burger.

„Der Alio – das Turm-Chalet“, wie der Unternehmer sein Projekt betitelt, soll ein Ort für wertigen, nachhaltigen Tourismus sein. Alio deshalb, weil der Ziegelturm auch als Alioturm bekannt ist, benannt nach der Familie Alio. Diese hatte ihn bis 1925 bewohnt. Die drei Zimmer will Burger jeweils einer Gruppe zur Verfügung stellen: etwa einer Familie mit zwei Kindern, einer Mädels-Gruppe oder einem Paar, das eine Auszeit vom Alltag benötigt. „Meine Gäste sollen im Turm abschalten.“

Das bietet das kleine Hotel

Vom Deluxe-Zimmer im dritten Obergeschoss haben Gäste einen herrlichen Ausblick über den Reichenauplatz. Burger sieht das als Wohnzimmer. Auch eine Küche ist vorgesehen, dazu ein Bad und im ersten Stock ein zusätzliches WC.

Was eine Nacht im Turm-Chalet kostet, sagt Burger noch nicht. Er werde sich aber an den Preisen der Hotel Post in Berching orientieren. Um die Abwicklung vor Ort mit Schlüsselübergabe zu gewährleisten, sucht Burger noch ein Management. Weil er in München arbeitet, schwebt ihn eine Kooperation mit einem Partner in Berching vor.

Bis Ende des Jahres will Burger das geregelt haben. Denn obwohl der Turm derzeit noch einer Ruine gleicht, glaubt Burger, dass Ende 2022 die ersten Gästen im Turm übernachten können.

Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Als nächstes werden die Elektrikleitungen gezogen und die Wasserleitungen für die Küche verlegt.