Kult-Disco Easy öffnet endlich wieder

Von Tanja Fenzl · 18. Mai 2022 um 04:31

Als Christian Schneider im Januar die Renovierung für die Wiedereröffnung des Easy startet, ist er noch in Paraguay. Und weiß noch nicht einmal, wann genau es weitergehen wird mit dem Kultlokal im Herzen der Kreisstadt. Seit 5. Mai ist der 53-Jährige wieder im Lande, „und seitdem pendle ich zwischen Baumarkt und Easy hin und her“, grinst er, lehnt sich an die lange Holztheke im Easy und schaut sich um.

Entweder alle oder keiner

Öffnungszeiten: Kultlokal:

Ab Freitag, 20. Mai, freitags und samstags sowie an Tagen vor Feiertagen jeweils ab 22 Uhr geöffnet. „Wir werden uns auch noch ein paar Aktionen überlegen“, kündigt Christian Schneider an.1996 übernahmen Christian und Johanna Schneider das Easy, als der damalige Inhaber schließen wollte. Die Bedienung und der KFZ-Mechaniker eröffneten das Lokal innerhalb eines dreiviertel Jahres wieder. Nach einem halben Jahr kündigte Christian Schneider seinen früheren Job und wurde Vollzeit-Wirt.Historie:Zuvor hieß die Diskothek PK, eine Kurzform für Pilsner Keller, der bis in die 70er Jahre zurückreicht; noch früher hieß das Lokal an dieser Stelle Arosa Alm. Der später bekannt gewordene Zither-Manä hatte regelmäßige Auftritte in dem Speiselokal, das ein Makler betrieb, der auch ein Skihotel in Unterhütte und den Club 19 in Waldmünchen unterhielt.

Unsicherheit schwer zu ertragen

Die laufenden Kosten versuchten er und seine Frau Johanna auf ein Minimum herunterzufahren. Dennoch: Den Zerfall der Existenz mitzubeobachten, das ist schwer „Du wusstest ja nicht, wo geht die Reise hin?“ Die ganzen Getränkevorräte laufen nach und nach ab, „die Brauereien haben ja nichts zurück genommen.“

Auch das Easy selbst gewinnt durch die Zwangspause nicht an Substanz. „Jetzt einen Betrieb nach zwei Jahren aus dem Nichts hochzufahren, das ist ein Kraftakt und kostet ein Schweinegeld“, sagt der Bobbesch. Die erste Bierbestellung, zuvor die Renovierungsarbeiten, eine Generalreinigung - und natürlich die Personalakquise. „Nicht ganz die Hälfte der Leute sind in der Zwischenzeit weg und haben sich was anderes gesucht“, bedauert Schneider und hat damit das selbe Problem wie überall in der Post-Corona-Gastronomie.

Hoffen auf die Easy-Fans

Christian und Johanna Schneider, die sich hier im Easy kennengelernt - Johanna als Bedienung, Christian Schneider als Gast - und gemeinsam 1996 ihr Stammlokal übernommen hatten, setzen auf die Treue ihrer Stammgäste. „Hoffentlich kommen viele der Easy-Fans, die so lange gewartet haben.“ Freitags und samstags ab 22 Uhr und vor Feiertagen wollen die beiden den Sommer über die Disco öffnen. „Und dann muss man ja eh wieder schauen, wie es mit Corona im Herbst weitergeht. Aber noch ein Lockdown - dann war‘s das mit dem Easy“, zuckt der Bobbesch die Schultern. Eine Botschaft will er noch loswerden: „Wir feiern für den Frieden. Es gibt zu wenig Liebe auf der Welt. Und was wir im Easy machen, dass wir den Menschen Freude bereiten, das ist auch eine Art Liebe, wenn die Gäste glücklich sind.“