Schlussverkauf einer Chamer Institution
Lauscht man den Geschichten von Günter Salzberger, dann haben die Heilingbrunners immer gerne das letzte Hemd für Cham gegeben. Als Händler, aber auch als Bürgermeister und Stadtrat. Doch dieses Mal bleibt es dabei. Ein- für allemal. Das markante Modehaus auf dem Marktplatz sieht seinen letzten Schlussverkauf. Diese Tatsache und die Gründe dafür bescheren dem Herrn des Modehauses feuchte Augen.
Günter Salzberger tut sich hart. Es kommt ihm schwer über die Lippen, dieses: „Das war’s!“ Dabei verkündet er keinen schnellen Entschluss, sondern eine lang gereifte Erkenntnis nach schlaflosen Nächten. Er nimmt es trotzdem persönlich, dass er es ist, der gemeinsam mit seiner Frau Annemarie eine Kaufmanns-Tradition beenden muss, die drei Generationen lang gewährt hat. „Dieses Haus zählt zu den ältesten, die in der Innenstadt erhalten sind. Es war von Anbeginn ein Geschäfts- und Handelshaus. Die Ansätze aus dieser Zeit wurden nie zerstört“, sagt Salzberger und führt in den Lichthof des Modehauses.
Die Zeit, als es noch Treue gab
Das Modehaus mit dem guten Namen und den namhaften Herstellerfirmen wird den Zeitenwandel nicht überleben. Salzberger beschreibt ihn so. „Wir hatten früher Stammkunden, nach denen haben wir unsere Modebestellungen ausgerichtet. Wir haben sie Weihnachten besucht und uns bei ihnen für ihre Treue bedankt. Die haben kein Teil getragen, das nicht von uns war. Deren Enkel kennen wir heute gar nicht. Manche kommen zu uns, lassen sich die aktuelle Mode anpassen und sich lange beraten. Dann gehen sie heim und bestellen im Internet“, erzählt er.