Dörnberg: Böses Erwachen beim Einzug
Trotz Immobilien-Kaufrausch in Regensburg: Rund um das Riesenprojekt Dörnberg gibt es immer wieder kritische Stimmen. Während der Verkauf der Wohnungen wie bei nahezu allen angebotenen Objekten in der Stadt brummt, läuft es bei den dortigen Vermietungen offensichtlich zäher. Als Grund gelten die hohen Preise. Dabei sollte dann aber auch die Qualität stimmen. Das tut sie im Fall eines Neu-Mieters eher nicht. „Diese Wohnungen sind alles, aber kein Luxus . . .“, ärgert sich der 34-Jährige, der seinen Namen nicht öffentlich genannt haben möchte, über eine Reihe von Mängeln oder nicht eingehaltene Versprechungen.
Der Mann wohnt gemeinsam mit seiner Frau seit Ende November im Dörnberg. Bis zu fast 20 Euro pro Quadratmeter werden dort bei kleinen Wohnungen aufgerufen, etwa 14 bis 15,50 Euro bei üblichen Größen.
Großer Spielplatz ärgert Mieter
Grundsätzlich fühlten sich die beiden wohl, ihre 68-Quadratmeter-Wohnung sei gut geschnitten. Sie zahlten 1255 Euro warm plus 80 Euro für den Tiefgaragenplatz. Auch das findet der Mieter noch ok.
Nicht ok ist für ihn, dass er nach eigener Aussage eine Woche vor dem Einzug erfahren habe, einen großen Spielplatz vor der Nase zu haben. An die Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse und einem kleinen Grünstück davor schließt sich ein großer Kinder-Abenteuerplatz an. Das Terrassenfrühstück am Wochenende ist gecancelt. „Wir haben nichts gegen Kinder“, sagt der Mieter. Aber wenn er das gewusst hätte, hätte er sich wohl für eine andere Wohnung entschieden. Makler, Generalunternehmer und Hausverwaltung hätten die Verantwortung hin- und hergeschoben dafür, dass man ihm eigentlich ein unverbautes Erdgeschoss zugesichert habe.
Eine Küche mit seltsamen Macken
Mit diesen Klagen konfrontiert, antwortet eine Pressesprecherin des Dörnbergs, ohne auf den konkreten Fall einzugehen. Altstadtnahes und zentrales Wohnen sei oft mit wenig Freiflächen und Möglichkeiten für Naherholung verbunden. Das Dörnberg beweise, dass es auch anders gehe. Sowohl durch die Gesamtplanung als auch den Wohnungsmix würden diverse Personengruppen in unterschiedlichen Lebenssituationen angesprochen, darunter Singles und Paare verschiedenen Alters ebenso wie Familien. Eine familienfreundliche Gestaltung des Quartiers habe von Anfang an zu den zentralen und stets offen dargelegten Ansprüchen bei der Planung gehört.