Kommissarin Lucas verlässt Regensburg

Von Andreas Maciejewski · 19. Dezember 2020 um 11:03

Es ist das Ende einer Fernseh-Ära aus Regensburg: Die beliebte ZDF-Krimireihe „Kommissarin Lucas“ wird nach rund 17 Jahren künftig nicht mehr hier gedreht. Hauptdarstellerin Ulrike Kriener reagiert auf den Abzug des TV-Teams aus der Domstadt emotional.

Kriener spielt seit Beginn der Reihe die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Ellen Lucas. In der Pilotfolge „Die blaue Blume“ ließ sie sich 2003 von Köln nach Regensburg versetzen. Seitdem wurde hier in unregelmäßigen Abständen gedreht, insgesamt 30 Folgen.

Kommissarin Lucas geht

Doch damit ist nun Schluss. In einemInterview mit nordbayern.deverriet Kriener: „Kommissarin Lucasist zwar eine sehr erfolgreiche Reihe, aber sie läuft immerhin schon seit 17 Jahren. Das ZDF-Team hat entschieden, dass es das Format moderner gestalten und die Erzählform auffrischen will.“

Daher wechsle die Filmcrew von Regensburg nach Franken, genauer gesagt nach Nürnberg. „Das war eine tolle Herausforderung für uns, und jetzt habe ich das Gefühl, dass wir wirklich frischen Wind unter die Flügel bekommen haben“, so die 65-Jährige, die an Heiligabend Geburtstag hat. Regie führt wieder Thomas Berger, einer der geistigen Väter der Krimireihe.

Abschied von Regensburg tut weh

Der Abschied aus der Domstadt falle Kriener aber nicht leicht. Einst sagte die Münchnerin in einem Interview, dass Regensburg „ihre Stadt“ sei. Privat sei sie gerne mit ihrer Familie hergefahren, um einfach durch die Straßen zu schlendern. Doch eine andere Sache fiel ihr noch schwerer: „Natürlich war der Abschied von meinen Schauspielkolleginnen und -kollegen sicherlich am schmerzlichsten.“

Das ZDF wechselt also nicht nur den Drehort, sondern auch weite Teile der Darstellerriege aus. Langjährige Wegbegleiter wie Erster Kriminalhauptkommissar Boris Noethen (Michael Roll), Kriminalkommissar Tom Brauer (Lasse Myhr) und Polizeihauptwachmeisterin Judith Marlow (Jördis Richter) tauchen in der Besetzungsliste nicht mehr auf.

Das sind die neuen Schauspieler

In der ersten Folge aus Nürnberg, die am 6. Februar 2021 zu sehen ist und schlicht den Namen „Nürnberg“ trägt, tritt aber zum Beispiel Heino Ferch als Polizeipsychologe in Erscheinung - allerdings nur als Gast. Die Kommissare Werner Fitz (gespielt von Sebastian Schwarz) und Betty Sedlacek (Claudia Kottal) werden Lucas dauerhaft zur Seite gestellt.

Auch die Handlung der neuen Folge ist bereits bekannt. Lucas‘ neuer Fall beginnt mit einer Toten im Kofferraum. In ihrer ersten Mordermittlung in Nürnberg entwickle sich eine „tödliche Familiendynamik“, heißt es in der Beschreibung. Lucas muss hierbei hinter die Fassade blicken - und entdeckt dabei Menschen, die im Schatten eines vor langer Zeit erlittenen Traumas stehen. Um eine weitere gewaltsame Eskalation zu verhindern, muss sie klären, was genau dahintersteckt.

Doch die Kommissarin ist nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit ihrem Privatleben beschäftigt. Durch die neue Stelle verlässt sie die vertraute Komfortzone, ihr altes Team und die liebgewonnene Nachbarschaft in Regensburg. Jeder Neuanfang kostet Kraft - und kann vielleicht auch einsam machen, heißt es weiter.

„Das Pittoreske von Regensburg fehlt“

Von ihrem neuen Drehort Nürnberg ist Kriener bereits angetan: Es ist eine Stadt, in der moderne Gegenwart und zwiespältige Geschichte aufeinanderprallen. Diese Brüche sind im Stadtbild sichtbar und für uns Filmer natürlich sehr reizvoll.“ Weiter sagt sie: „Nürnberg ist urbaner, die Stadt ist ja etwa dreimal so groß wie Regensburg, und das merkt man gleich.“ Danach schiebt die 65-Jährige ein: „Das Pittoreske von Regensburg fehlt.“

Die Schauspielerin erzählt weiter, dass sich der Kameramann damals „optisch total in die Stadt verliebt“ habe, als das TV-Team in die Domstadt gekommen ist. Auf der anderen Seite habe er überlegt, was man in einer so kleinen, hübschen Stadt überhaupt erzählen soll: „So viele Morde können hier doch gar nicht passieren“, soll der Mann gesagt haben.