So sehen die Klostergärten von innen aus
Seit 2018 entsteht auf dem Areal des ehemaligen Kaufhauses Hackner eine große Wohnanlage für Senioren, die „Klostergärten“. Geschützt vor neugierigen Blicken von Passanten in der Klostergasse geht das Projekt seiner Fertigstellung entgegen. Die MZ hat exklusiv einen Blick ins Innere der drei Gebäude und ihren Gartenanlagen geworfen: ein Rundgang.
Kabel hängen von der Decke, Fußböden sind noch abgedeckt, hier und da fehlen Handläufe oder Sockelleisten, die Wasserhähne sind noch trocken. Doch einige Details der Klostergärten in der Neumarkter Innenstadt sind bereits sichtbar: Wandfarben, Fliesen, Badmöblierung, Terrassen sowie Loggien und auch der Rasen im Garten ist schon angesät.
Die Atmosphäre in den langen und breiten Gängen ist wegen des Baustellenlichts noch kalt und trübselig. Die Wände wirken kahl. Es fehlen noch die Bilder mit floralen Mustern, Wegweiser und Beschilderungen an den Türen. Sie sollen nicht nur Farbe ins Haus bringen. Sie sollen bei der Orientierung helfen – jede Ebene wird eine eigene Farbe bekommen.
Projekt kostete 23 Millionen Euro
Über drei Eingänge werden die zukünftigen Bewohner die Wohnanlage betreten können: den Haupteingang in der Klostergasse und zwei Eingänge in der Herzwirtsgasse. Dirk Peters, Prokurist der KIB-Gruppe aus Nürnberg, die im Frühjahr 2018 den Bau des 23-Millionen-Projekts in Neumarkt begonnen hatte, ist zuversichtlich, dass die drei zusammenhängenden Gebäude im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein werden.
Nur noch wenige Wohnungen zum Verkauf
Von den insgesamt 62 Wohnungen und acht Mikro-Apartments sind mittlerweile fast alle verkauft. Wie Frank Tkatzik von der Seleco GmbH erklärt, beziehen etwa die Hälfte der neuen Wohnungseigentümer die Apartments selbst, ein großer Teil habe eine Wohnung erworben, um sie erst im Alter zu nutzen, einige Apartments seien an klassische Kapitalanleger verkauft worden, die vermieten. Die Ein- bis Dreizimmerapartments sind zwischen 46 und 111 Quadratmeter groß und kosten je nach Größe 240 000 Euro.
Vertraglich festgelegt ist, dass die Wohnungen ausschließlich von Senioren ab 60 Jahren bezogen werden dürfen. Denn die Besonderheit der Anlage ist nicht nur baulicher Natur – alle Apartments und Gemeinschaftsräume sind barrierefrei, alle Ebenen sind über Aufzüge erreichbar. Das Konzept des Investors sieht für die Klostergärten sogenanntes „Service-Wohnen für Senioren“ vor. So haben Bewohner nicht nur den Kaufpreis oder die monatliche Miete für ihr Apartment zu entrichten. Jeden Monat fällt eine Grundservicepauschale in Höhe von 142 Euro an.
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Die KIB Gruppe mit Hauptsitz in Nürnberg, die in der Neumarkter Innenstadt die Klostergärten baut, ist seit 1934 in der Bau- und Immobilienwirtschaft aktiv. Sie entwickelt und realisiert Gewerbe-, Einzelhandels-, Wohn- und Seniorenimmobilien.Für das Thema „Service-Wohnen für Senioren“ ist seit über 20 Jahren die Seleco, ein Unternehmen der KIB Gruppe, mit zuständig. Die Unternehmensgruppe hat bereits mehr als 1100 Seniorenwohnungen realisiert – und die Nachfrage steigt.
Dafür können Bewohner eine 24-Stunden-Notrufbereitschaft in Anspruch nehmen. Mitarbeiter im Haus beraten zu Versorgung und Pflege, helfen bei Schriftverkehr und Behördenangelegenheiten, koordinieren Aktivitäten und Veranstaltungen und vermitteln Dienstleistungen. Ähnlich wie in einem Hotel gibt es eine Rezeption, die an Werktagen besetzt ist.
Gemeinschaftsräume für die Geselligkeit
Wer nicht in seiner eigenen Wohnung kochen und essen möchte, kann im Casino von der Caritas verpflegt werden. Wer die Wohnanlage nicht für einen Friseurbesuch oder die Fußpflege verlassen will, kann einen entsprechenden Dienstleister kommen lassen und dafür den hauseigenen Salon benutzen. Und wer gerne badet und nicht immer nur die Dusche im eigenen Apartment nutzen möchte, kann für sich das Gemeinschafts-Bad mit Badewanne reservieren. Doch die Gemeinschaftsräume vor allem im Untergeschoss sind noch nicht eingerichtet. Euro-Paletten mit Baumaterial versperren die Sicht, einzig durch computergenerierte Bilder der KIB-Gruppe, die nur aussehen wie Fotos, lässt sich erahnen, wie es dort später einmal aussehen wird.
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Für größere Familienfeiern wird ein Terrassenzimmer eingerichtet. Mehrere hunderttausend Euro habe der Investor für die Gemeinschaftsräume ausgegeben, wie Dirk Peters betont. Und wer ambulante Pflegeleistungen in Anspruch nehmen will, kann diese ebenso als Wahlleistungen mit dazu buchen.
Denn die KIB-Gruppe hat für die Betreuung der Senioren in den Klostergärten die Caritas Neumarkt mit ins Boot geholt. Die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes kommen bei Bedarf – auch im Notfall – in die Klostergärten, übernehmen Beratung und Information. Frank Tkatzik beschreibt die Versorgung der Bewohner in der Anlage als „Leben in maximaler Eigenständigkeit, aber bei maximaler Sicherheit“.