Neuer Hoteldirektor hat große Ziele
Pascal Zurbriggen vermisst die Berge, seine Familie und leckeren Raclette-Käse. Doch der gebürtige Schweizer, der 2015 nach Deutschland zog, hat sich inzwischen gut eingelebt in der Oberpfalz. Seit 1. Oktober ist er neuer Leiter des City-Hotels – und das mit 28 Jahren. Im Interview spricht er über seine bisherigen Stationen, seine Ziele in Roding, sein Start-up und seinen Traum vom Ski-Profi.
Nach einer Saison als Restaurant-Chef auf dem Regensburger Flaggschiff Kristallkönigin und dreieinhalb Jahren als Assistent des Managers im IBIS Styles Hotel in der Domstadt wechselte Pascal Zurbriggen insCity-Hotel nach Roding.„Das Haus hat großes Potenzial, ich will hier etwas bewegen“, sagt Zurbriggen, der aus einer renommierten Schweizer Hoteliersfamilie stammt. Er fordere zwar viel von seinem Team, sei aber auch extrem fair. „Die Mitarbeiter sind das Wichtigste – sind sie zufrieden, sind auch die Gäste zufrieden“, ist er überzeugt.
Ski-Piste vor der Haustüre
Aufgewachsen ist Zurbriggen im Saastal, die Ski-Pisten direkt vor der Haustüre. In seiner Jugend träumte er von einer Karriere als Ski-Rennfahrer. „Vormittags stand ich auf Skiern, nachmittags war ich beim Eishockey in der Halle“, erinnert sich der 28-Jährige, der mit Pirmin Zurbriggen, einem der erfolgreichsten Ski-Rennfahrer aller Zeiten, verwandt ist. Fällt sein Name, werde er immer auf den Abfahrts-Olympiasieger angesprochen. „Ich finde es schon cool, möchte aber nicht nur auf das reduziert werden“, so Zurbriggen. Nach einer Verletzung musste er seinen Wunsch vom Profi-Sportler aufgeben und sich neu orientieren.
„Sprachen sind in unserer Branche sehr wichtig.“Pascal Zurbriggen
Zurbriggen ging nach Brighton in England und absolvierte schließlich die Hotelhandelsschule in der Schweiz. Im Alter von 21 Jahren leitete er eine Après-Ski-Bar. Nach einem Aufenthalt in Spanien arbeitete er im 3-Sterne-Party-Hotel seines Onkels in der Schweiz. Er nutzte die Zeit im Ausland, um neue Sprachen zu lernen. Heute spricht Zurbriggen italienisch, spanisch, französisch, englisch. „Sprachen sind in unserer Branche sehr wichtig“, weiß er.
Lage:Ausstattung:
Das 4-Sterne Superior Hotel liegt direkt am Tor zum Naturpark Oberer Bayerischer Wald, zwischen Weltkulturerbe-Stadt Regensburg und dem Bayerischen Wald. Bauherr ist Josef Mühlbauer.Insgesamt stehen 88 helle und moderne Zimmern und Suiten zur Verfügung. Zum Hotel gehört das Restaurant „Goldener Anker“. Ferner gibt es einen Indoor-Pool, eine Sauna und ein Fitness-Studio
Der Liebe wegen kam er vor vier Jahren nach Deutschland und lebt seitdem in Schmidmühlen im Landkreis Amberg-Sulzbach. Integriert hat sich Pascal Zurbriggen, dem man seinen Schweizer Akzent kaum noch anhört, im Fußballverein und kickt beim SV Schmidmühlen in der Kreisliga.
Der Team-Gedanke im Sport lasse sich eins zu eins auf den Job im Hotel übertragen. „Die Gastronomie ist wie eine Familie. Allein schafft man nichts“, stellt Zurbriggen klar. Im City-Hotel, wo er für frischen Wind sorgen will, sei er auf motivierte Mitarbeiter getroffen. „Wir haben viele Diamanten im Haus, die geschliffen und gefördert werden müssen“, sagt Zurbriggen, der klein Blatt vor den Mund nimmt und seine Ziele klar definiert. Unter der Woche sei das Hotel in der Schulstraße gut ausgelastet, vor allem mit Geschäftsreisenden. In Zukunft will der neue Leiter auch Gäste an Wochenenden nach Roding locken – sei es zu Veranstaltungen in der Region, eigenen Events oder Ausflügen in den Bayerischen Wald.
„Ich packe die Aufgabe mit Herzblut an.“Pascal Zurbriggen
Auch als Tagungshotel oder Treffpunkt für mehrtägige Seminare will er das 4-Sterne-Superior noch bekannter machen. Das Haus sei modern, die Küche gut, das Personal engagiert. „Ich packe die Aufgabe mit Herzblut an“, betont der 28-Jährige, der mit neuen Ideen – wie auf der Ski-Piste – Anlauf nehmen. In den nächsten Wochen möcht sich Zurbriggen ein großes Netzwerk aufbauen, die Stadt und die Bürger kennenlernen. „Ich bin ein offener Mensch und somit auch offen für Kritik“, sagt er. Das City-Hotel biete jedenfalls großes Potenzial.
Eine neue Handschrift
Neben seiner Funktion als Hotel-Chef ist der Schweizer auch an einem Start-up beteiligt. Mit der Metzgerei Spies in Schmidmühlen ist das Projekt „Fitstick“ entstanden. Dahinter verbergen sich deftige Protein-Snacks. „Ich mache nur Sachen, von denen ich überzeugt bin“, sagt Zurbriggen. Deshalb entschied er sich auch für einen Wechsel ins City-Hotel nach Roding. Wo er sich in fünf oder zehn Jahren sieht, sei völlig offen, eine Rückkehr ins Saastal zu den Viertausendern möglich. Gemeinsam mit den Mitarbeitern will er nun in Roding eine neue Handschrift setzen. Und so sagt er auch: „Ich gehe nicht in die Arbeit, sondern ich gehe ins Hotel.“