Der Thai-König und die Hunde

Von Tanja Fenzl · 8. Oktober 2019 um 05:30

Normalerweise gilt der thailändische König als nahezu unberührbar. In seinem Heimatland steht er über dem Gesetz, seine Lakaien nähern sich ihm fast nur kniend – bei seinem Besuch in der Polizeihundeschule in Herzogau gab sich Maha Vajiralongkorn so nahbar wie selten – und streichelte sogar einen der Diensthunde.

Drei Stunden lang ließ sich der 67 Jahre alte exzentrische Regent mit Zweit-Wohnsitz am Starnberger See von den Hundeführern der Polizei demonstrieren, wie die belgischen und deutschen Schäferhunde Drogen oder Sprengstoff aufspüren, wie sie helfen können, Verdächtige zu fangen und zu stellen, und wie sie ganz allgemein zu perfektem Gehorsam erzogen werden.

Privatbesuch übers Konsulat

Polizeihunde:Spezialisierung:

Die Zentrale Diensthundeschule der Bayerischen Polizei in Herzogau ist die zentrale Ausbildungsstelle für die Diensthunde der Bayerischen Polizei und deren Diensthundeführer. Hier werden die jungen Hunde der für den Polizeidienst zugelassenen Rassen zum Polizeidiensthund ausgebildet.Die Hunde können Ausbildungen durchlaufen für die Suche nach Personen, Sprengstoff, Rauschgift, Leichen, Brandmittel oder Banknoten.

Vor wenigen Wochen sei ganz offiziell über Konsulat und Botschaft eine Anfrage gestellt worden, ob der Thai-König eine private Vorführung bekommen könne. „Das passiert immer wieder einmal, dass solche Anfragen gestellt werden, meistens handelt es sich aber um Politiker oder Polizeivertreter aus anderen Ländern, die sich über unsere Ausbildung informieren wollen“, so Luxem.

Diener bereiten alles vor

Dass diesmal ein waschechter König das altehrwürdige Dienstgebäude in Herzogau besuchen würde, kam zumindest bei den Beamten dort gut an. „Alle haben gleich recht interessiert angefangen, ein Programm auszuarbeiten“, bestätigt Luxem, der beim Besuch am Dienstag vergangene Woche selber mit vor Ort war. Den König hätten zwei seiner sieben Kinder und eine Frau begleitet. „Der Sohn war ein Teenager, die Tochter schon erwachsen“, erinnert sich Luxem.

Besonders habe dem König, so sein Eindruck, gefallen, wie geprägt die Polizeihunde auf ihre Hundeführer seien, wie eng sie sich an diese binden. „Und natürlich ist dem König auch gezeigt worden, was für einzelne Ausbildungsschritte erforderlich sind, damit die Hunde soweit kommen, dass sie so gut gehorchen.“

Lakaien auf Knien

Rund um den Besuch in Herzogau hatten sich wohl doch recht ungewöhnliche Szenen bei der Hundeschule abgespielt. „Uns gegenüber war die Begegnung europäisch und normal geprägt. Ein Dolmetscher hat übersetzt. Aber die Begleiter des Königs sind schon vor ihm in die Knie gegangen oder haben sich verbeugt, wenn sie ihm Essen oder Getränke angereicht haben“, schmunzelt Luxem.

Ähnliches hatten ja auch Beobachter des königlichen Besuchs in Geigant berichtet, wo der König einige Stunden im Gasthof Altes Haus abgestiegen war. Allerdings ließ sich der Regent in Herzogau zumindest soweit herab, dass er einen der Hunde streichelte.

Keine Rechnung für den König

Der Besuch sei im Übrigen als privat eingestuft worden, weshalb auch keine Fotos veröffentlicht werden sollten, erklärte Luxem. Kosten wurden dem reichsten Regenten der Welt übrigens für die Vorführung Bericht nicht in Rechnung gestellt, hieß es weiter.

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