Wie man Haustiere vor Hitze schützt: Regensburger Experten geben Tipps

Von Passauer Neue Presse · 11. Juni 2023 um 06:00

Von Andreas Loscher und Zacharias Frank

Sommer, Sonne, Spaß – für die meisten Menschen beginnt nun die schönste Zeit des Jahres. Doch vielen Haustieren machen die hohen Temperaturen zu schaffen. Regensburger Experten geben Tipps, wie die Vierbeiner durch die heißen Monate kommen.

Ob Hund, Katze, Meerschweinchen oder Wellensittich – bei Hitze sind fast alle Haustiere auf das umsichtige Verhalten ihrer Halter angewiesen. Viele Besitzer von Vierbeinern unterschätzen die Gefahren. Die Folge sind oft hohe Kosten für Tierarztbesuche oder Schlimmeres. Dabei gibt es einfache vorbeugende Maßnahmen, um solche Probleme zu vermeiden.

So rät Irene Krumschmidt von der Kleintierpraxis Regensburg, unbedingt darauf zu achten, dass die Tiere ausreichend Wasser aufnehmen. Dabei dürfe man auch mal zu kleinen Tricks greifen: „Es gibt mittlerweile sogar Hunde-Smoothies, alternativ kann man den Vierbeinern das Wasser aber auch einfach mit einem Schuss Fleischbrühe schmackhaft machen“, so Krumschmidt.

Spaziergänge am frühen Morgen

Außerdem rät sie, die Aktivitäten im Freien zu verändern: „Spaziergänge mit Hunden sollten in den frühen Morgenstunden stattfinden, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. Bei kleineren Tieren wie Nagern können laut Krumschmidt kühle Fliesen oder Steine im Gehege für Abkühlung sorgen. Übertreiben sollte man es aber nicht: „Nager dürfen nicht in der Zugluft stehen, das tut ihnen nicht gut. Anders als zum Beispiel Hunde dürfen sie im Sommer auch nicht gebadet werden“, sagt Krumschmidt.

Ariane Weckerle, Vorsitzende des Tierschutzvereins Regensburg, weist auf die körperliche Belastung der Tiere im Sommer hin: „Hunde sind schon bei 25 Grad weniger aktiv, vor allem Rassen mit sehr dichtem Fell oder verkürzter Nase haben Probleme mit dem Hecheln und damit der Temperaturregulierung. Katzen hingegen sind bis etwa 30 Grad weniger hitzeempfindlich.“ Generell sollte man im Sommer die Körpersprache und das Verhalten seines Tieres genau beobachten und entsprechend reagieren. Treten ungewöhnliche Symptome auf, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Das kann teuer werden, weshalb Versicherungen mittlerweile spezielle Tierkrankenversicherungen anbieten.

Autos werden im Sommer zur Todesfalle

Einige Versicherungen bieten aber auch eine tierärztliche Beratung per Telefon an. Dies ist vor allem bei plötzlich auftretenden Hitzesymptomen hilfreich und erspart dem Tier zusätzlichen Stress durch Transport und Praxisbesuch. Nach Angaben der Barmenia Versicherungen Regensburg kommt es immer wieder vor, dass Tiere in einem in der Sonne geparkten Auto zurückgelassen werden. Das wird schnell zur Todesfalle. Schon der Hitzestress nach kurzer Zeit sei gefährlich.

Daniel Steinleitner, von der Barmenia Versicherungen in Regensburg erklärt: „Nach wenigen Minuten sind 70 Grad und mehr erreicht, das ist lebensgefährlich für Mensch und Tier. Nach dem Tierschutzgesetz kann der Tierhalter in solchen Fällen sogar haftbar gemacht werden.“ Kann der Halter in solchen Fällen nicht sofort ausfindig gemacht werden, werden die Tiere zur medizinischen Überwachung in Obhut genommen. Weckerle ergänzt: „Bei Befreiungen aus Autos wird der Tierschutzverein zwar nicht tätig, das regeln Polizei und Feuerwehr. Es kann aber sein, dass das Tier vorübergehend im Tierheim untergebracht wird.“

Eis in Form von Nassfutter

Gott sei Dank lassen sich solche Situationen durch umsichtige Tierhalter von vornherein vermeiden. So meint Krumschmidt: „Lieber den Hund im Garten im Hundepool planschen lassen und den Einkauf ohne das Tier erledigen.“ Schließlich sind der Kreativität im Kampf gegen die Hitze keine Grenzen gesetzt: „Wer ganz erfinderisch sein will, macht dem Hund ein Eis in Form von gefrorenem Nassfutter“, so Krumschmidt. Dann haben die Vierbeiner wenigstens Spaß am Sommer.

Weitere Tipps für Tierbesitzer

Schatten: Idealerweise sollten Haustiere immer die Möglichkeit haben, sich an einen schattigen oder kühlen Ort zurückzuziehen.

Warnsignale: Wer sich trotz großer Hitze mit beispielsweise seinem Hund im Freien aufhält, sollte auf Warnzeichen seines Vierbeiners achten: Starkes Hecheln, gerötete Schleimhäute und Zittern sind erste Anzeichen einer Überhitzung. Hundebesitzern wird daher empfohlen, ihre Spaziergänge in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Auch asphaltierte oder betonierte Wege sollten gemieden werden: Sie heizen sich bei starker Sonneneinstrahlung schnell auf, so dass die Pfoten Verbrennungen erleiden können.

Auto: Generell sollten Tiere im Sommer nie im Auto zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Erledigungen. Die aufgestaute Hitze wird schnell lebensbedrohlich.