Das Freilicht-Wohnzimmer der Regensburger: Bismarckplatz als Dauerbaustelle?

Von Christian Eckl · 31. Mai 2023 um 12:00

Regensburg. Seit Monaten wird der Brunnen saniert, endlich ist wenigstens das Zelt weg – doch schon wird eine neue Baustelle aufgerissen. Viele Regensburger fragen sich derzeit: Wird der Bismarckplatz zur Dauerbaustelle? Jetzt hat die Stadt mitgeteilt, wann die Bauzäune verschwinden.

Für die Regensburger ist der Bismarckplatz ohne Zweifel ein Freilicht-Wohnzimmer. In den vergangenen Jahren platzte der Platz in lauen Sommernächsten aus allen Nähten, zumindest wenn nicht gerade ein Alkoholverbot wegen Corona verhängt wurde. Beliebt sind auch die zahlreichen Kneipen und Bars, allen voran die Filmbühne. Dort nutzen die Nachtschwärmer nicht nur die Freisitze, sondern kaufen sich auch am Fensterkiosk mal die ein oder andere Halbe.

Monate stand das Zelt

Doch in den vergangenen Monaten stand ein großes Zelt auf dem Platz, mit dem die Brunnen-Baustelle abgedeckt wurde. Viele Regensburger fragten sich: Wie lange noch bleibt der Platz eine Dauerbaustelle?

Jetzt auch noch das: Weiter vorne in Richtung Stadttheater wurden kürzlich neue Bauzäune aufgestellt. Der Bismarckplatz derart verschandelt: Viele Regensburger ärgerten sich über die Stadt.

Jetzt ist zumindest das Zelt weg und die Baustelle Brunnen ist wohl bald Vergangenheit. „Der Bauzaun wird nächste Woche abgebaut, der Platz sollte voraussichtlich Ende nächster Woche wieder zur Verfügung stehen“, sagte Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra. Damit wäre zumindest die eine Baustelle beseitigt, die in den vergangenen Monaten den oberen, höheren Teil des Platzes eingenommen hat. Doch wieso hat die Sanierung des oberen Brunnens eigentlich so lange gedauert?

Die Stadtsprecherin erläutert das so: „Die Bauzeit der Sanierung des Brunnes war seit dem Projektstart im Jahr 2022 auf den Zeitraum bis Ende Juni 2023 ausgelegt.“ Die Dauer der Bauzeit sei unter anderem durch die geplante witterungsbedingte Unterbrechung in der Frostperiode des vergangenen Winters begründet. „Darüber hinaus hatten die ausführenden Firmen mit erheblichen Lieferschwierigkeiten für diverse technische Brunneneinbauten zu kämpfen“, heißt es weiter von der Stadt.

Ursprünglich hatte die Stadt 200000 Euro für die Brunnensanierung anberaumt. Ob sich der Kostenrahmen nach oben verschoben hat, ist noch nicht bekannt. Der Brunnen wurde jedenfalls 1980 gebaut und erhebliche Schäden in der Abdichtung, der Elektrik und im Pflasterbelag haben dazu geführt, dass er saniert werden musste, Mit den Scherzbolden, die Regelmäßig Waschpulver in den Brunnen schütteten, hat die Sanierung wohl nichts zu tun.

Derweil fragen sich viele Besucher, wieso eine zweite Baustelle aufgerissen wurde. Zwischen den Hochbeeten vor dem Stadttheater ist derzeit ein großes Loch zu sehen, das weitläufig mit einem Bauzaun umgeben ist. „Dort wird ein Trinkwasserbrunnen errichtet“, sagt die Stadtsprecherin. Der soll bis Ende Juni in Betrieb gehen.

Sonnensegel fehlen

Der Klimawandel ist in der Stadt spürbar. Sie heizt sich im Sommer deutlich mehr auf als die Umgebung. Grün fehlt allerorten, beispielsweise auf dem Haidplatz. Sonnensegel oder Luftbefeuchtungsanlagen wie in südlichen Städten etwa in Italien oder Spanien gibt es in Regensburg nicht. Auch eine Freilegung des Vitusbaches wird derzeit nicht diskutiert.