Maidult mit Abstrichen: Viele feierten friedlich, wenige trieben die Gewaltdelikte in die Höhe

Regensburg. Während die Feiernden die Regensburger Maidult bis zur letzten Minute auskosteten, läuft nun der Abbau. Mehrere Sexualdelikte, ein von der Empore geflogener Maßkrug und eine zerschnittene Zeltplane trüben die Bilanz.
Ob es das sonniger Wetter bei milden 25 Grad war oder die Aussicht auf eine Maß Freibier für alle in Tracht – am Pfingstmontag war noch einmal so viel auf dem Dultplatz los, dass er von der frisch sanierten Oberpfalzbrücke aus ein Wimmelbild zeigte.
Reinhard Kellner, städtischer Marktmeister, spricht zwar von einer sehr guten Dult. An die Maidult von 2022, der ersten nach Corona, komme sie aber nicht heran. Im Vergnügungsbereich mit den Festzelten und den Fahrgeschäften sei es hervorragend gelaufen. Die Mundpropaganda über das schnellste Fahrgeschäft Europas habe die Menschen auf den Dultplatz getrieben. „Auf der Warendult hätte der Umsatz aber besser sein können“, sagt Kellner. Er führt das einerseits auf den Handel im Internet zurück. Andererseits kommt er in diesem Zusammenhang aber auch auf den kostenlosen Dultbus zu sprechen.
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Kellner moniert, dass sich die Haltestelle nicht direkt am Festplatz befand, sondern beim Walhallabockerl. Und das, obwohl das aus Sicht des Marktmeisters durch die Fertigstellung der Oberpfalzbrücke möglich gewesen wäre. „Die Menschen mussten 600 Meter weiter gehen“, sagt er. Immerhin sei es bei den Seniorenaktionen möglich gewesen, die Haltestelle zu verlegen.
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Diebe zerschnitten Bierzelt
Armin Glötzl, Leiter der Polizeiinspektion Nord, hatte bei den Gewaltdelikten vergangene Woche eine Zunahme von 18 Prozent gegenüber der Herbstdult 2022 beklagt. Diesen Trend bestätigte sein Kollege Wolfgang Fritsch am Freitag, als noch vier Festabende vor den Organisatoren lagen. Zudem sei es bis dahin zu drei Sexualdelikten gekommen, bei denen Frauen von Männern unsittlich berührt wurden. In der vergangenen Woche zerschnitten Diebe in der Nacht zudem eine Zeltplane, um Beute zu machen. Sie nahmen Besteck im Wert von 400 Euro mit. Für Aufsehen sorgte ein Bierkrug, der einem Gast von der Empore aus entglitt und einen anderen an der Schulter traf.
200 Behandlungen von der Versorgung mit einem Pflaster bis hin zu allergischen Reaktionen mussten die Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) leisten, gibt Pressesprecherin Melanie Kopp Auskunft. 30 Menschen mussten aber auch ins Krankenhaus gebracht werden. Bei der rettungsdienstlichen Absicherung des Volksfestes und der Dult-Wache brachten es die Ehrenamtlichen in 18 Tagen auf rund 1550 Helferstunden. Trotzdem sei es eine ruhige Dult gewesen. Natalie Fromm, Dult-Wachleitung beim BRK, sagt: „Für uns ist die Dult ein traditioneller Sanitätsdienst.“ Sie freue sich, dass damit wieder zahlreichen Menschen – ob alt oder jung – geholfen werden konnte.
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Festwirte restlos zufrieden
Restlos begeistert von dem Volksfest zeigten sich die beiden Zeltwirte. „Die Maidult 2023 im Hahn-Zelt war ein großartiges Erlebnis und wir waren sehr zufrieden“, sagt Michael Hahn. An jedem Tag seien viele Menschen bei ihm im Zelt gewesen, die aßen, tranken und ausgelassen feierten. „Unsere 50 Bedienungen sind glücklich, denn alle Reservierungen während der 18 Tage sind auch erschienen“, zieht er Bilanz zu einer Neuerung in den Festzelten. Die Wirte hatten beschlossen, ab der Maidult eine Gebühr von 2,50 Euro pro Person bei einer Reservierung zu verlangen. Alfred Glöckl schließt sich ihm an: „Wir sind überaus dankbar, gesehen zu haben, wie glücklich das Dultleben gefeiert wurde.“ Auch wenn er von zeitintensiven Planungen und schweißtreibenden Arbeiten vor und hinter den Kulissen spricht, schwelgt er zugleich definitiv schon in Vorfreude auf die Herbstdult. Die wird am 25. August beginnen und bis zum 10. September dauern.
