Waldmünchen feiert Festspiel-Saisonstart: Endlich wieder Trenck!

Waldmünchen. Wer Yvonne Brosch kennt, weiß um deren hohen (Qualitäts)Anspruch. Folglich ist ihr Lob „über den Schellnkönig“ für die Trenck‘sche Spielerschar ein Ritterschlag ersten Grades. Nicht der einzige...
Christian Liegl, der am 15. Juli das erste Mal als Franziskus, Freiherr von der Trenck die Bühne betreten wird, bekommt gleichermaßen sehr gute Noten von der Regisseurin. Während ihn bei manch vorausgegangener Probe seine vielen Gedanken und Überlegungen gebremst hätten, habe sie vergangenen Freitag Abend – an dem der offizielle Startschuss zur 72. Saison fiel – einen „sehr vielversprechenden“ Trenck erlebt, der „einen Riesensprung nach vorne“ vollzogen hätte.
Besagter Startschuss, er war wie immer emotional. Ein „Griaß‘ di“ hier, eine Umarmung oder die Feststellung, wie groß das Enkelkind geworden ist, da. Mamas, die Anziehsachen weiter geben, Papas, die sich freuen, die Kumpels „unter der Linde“ wiederzusehen.
Begeistert von der Stimmung
Mittendrin: Trenckvereinsvorsitzender Martin Frank, der sichtlich begeistert war ob der schönen Stimmung und der gut gefüllten Reihen. „Des gfreit uns narrisch!“ Wie die Tatsache, dass er zahlreiche neue Gesichter und Familien erblickte.
Frank wollte eine wichtige Botschaft los werden: „Ihr alle seid das Festspiel, jeder Einzelne ist gefordert!“ Und: „Helf‘ mer zam!“. Es gehe nur gemeinsam. Der gute Besuch zeige, dass alle gewillt seien, am Kern, an der Inszenierung, zu feilen.
Stolz auf das Festspiel
„Wir dürfen stolz sein auf das Festspiel“, betonte der Vorsitzende. Das werde Stück für Stück besser, Prämisse Qualitätssteigerung. Dies gelinge, dank der Arbeit der Regie, dank neuer Kostüme, die bei Eduard Deml genäht wurden. „Der Verein nimmt da ordentlich Geld in die Hand.“
Der Vorsitzende war zudem voll des Lobes für die Kostümkammer, die alle Stoffteile nummeriert und Spielern zugeordnet habe, „ein Riesenaufwand“, der sich aber mittelfristig als zeitsparend und effektiv erweisen werde.
Vorverkauf läuft gut
„Werbung und Vorverkauf laufen gut“, ließ er „seine“ Trenckianer wissen. Von 4976 Karten an den acht Terminen ab Samstag, 8. Juli, seien bereits 1040 verkauft und fast 900 reserviert. Einzig bei Gruppenbuchungen hinke man ein wenig hinterher, animierte er, speziell in diesem Bereich die Werbetrommel zu rühren.
Konzentration war nicht nur bei der Probenarbeit selbst, sondern auch den technischen Fragen „am Rand“ gefragt. Nach (nachvollziehbarer) Kritik aus dem Vorjahr wird aktuell am Ton eifrig gefeilt. Herzstück: Neue Mikrofone, deren Standorte die Darsteller verinnerlichen müssen.
Engagement und Verbundenheit
Anderes Beispiel für Engagement und Verbundenheit: Mit einer Ausnahme (für die sich 2024 allerdings eine Lösung abzeichnet) konnten alle frei gewordenen Sprechrollen wieder besetzt werden. Folglich tauchte am Freitag das ein oder andere neue Gesicht auf der Bühne auf, manchmal mit Aha-Effekt. „Schau‘ mal, der...“
„Tolle Aktion“ der Jugend
Ehe sich die Trenckfamilie im Stadl zur traditionellen Auftakt-Brotzeit traf, hatte die Trenckjugend einen starken Auftritt. Sie möchte beim Heimatfest für zusätzliche Attraktionen sorgen. Und sie denkt weiter:
Der Erlös soll gehandicapten und kranken Kindern zugute kommen. „Eine tolle Aktion“, anerkannte Martin Frank in den höchsten Tönen. Er bettete sein Lob in das grundsätzliche großartige Engagement der Gruppe ein. Die durfte noch anderweitig ran und der frischgebackenen 14-jährigen Lilli ein Geburtstagsständchen vortragen. Familie eben – und Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Schon der zweite Probenblock
Regisseurin Yvonne Brosch, für die das Pfingstwochenende bereits der zweite große Probenblock war, ist sehr zufrieden – mit den Einzelleistungen gleichermaßen wie mit der Gruppenarbeit. Vor allem die ersten Proben seien beeindruckend gewesen, bescheinigt sie gerne, „das war außergewöhnlich“.
Disziplin, Disziplin
Einen Wunsch hatte sie dennoch: Disziplin, Disziplin, Disziplin, sprich auch mal Ruhe am Rand. Das bringe die Gruppe weiter, zolle aber auch denen Respekt, die Sprechrollen ausfüllten. Unter‘m Strich sei sie aber guter Dinge, wagt sie eine Prognose. Und wer Yvonne Brosch kennt, darf das so deuten: Alles deutet auf eine grandiose Spielleistung hin.
DIE AKTION DER TRENCKJUGEND
Motto: Spaß für den guten Zweck oder Armbrustschießen, Kinderschminken und Losstand zu Gunsten der Trifami Down-Syndrom-Gruppe und der Kinderkrebshilfe im Landkreis Cham.
Termin: „Geöffnet“ wird der Stand am Heimatfesteinzug (13. Juli) sowie am Kindernachmittag zwei Tage später.
Unterstützer: Die Hauptdarsteller Christian Liegl und Lawrence Gast haben als Luftballonkünstler zugesagt.
Gewinne: Derzeit gibt es zwei Hauptpreise: Sowohl Familie Lampatzer als auch Steffen Kluge für das Sonnenhotel Bayerischer Hof haben ein Familienwochenende gespendet. Die Spitze der bisherigen Zusagen.
Aufruf: Die Trenckjugend bittet um Sachspenden oder Gutscheine aller Art und Wertigkeit. Letztere dürfen gerne immaterieller Art sein.
Kontakt: Die Preise nehmen Susi Heiner und Bernadette Gruber entgegen, gerne bei den Proben. Für Fragen: Telefon (0171) 7 74 76 68 sowie (0178) 6 74 66 63.


