Kräuterlikör aus dem Landkreis Cham: Der Oberpfalzer erobert die Oberpfalz

Schorndorf. Die kleinen Fläschchen laufen dem großen Bruder inzwischen fast den Rang ab. Der Oberpfalzer erobert die Oberpfalz – aus Schorndorf (Landkreis Cham) stammt der Likör, der aus gleich mehreren Gründen das Zeug zum Kult-Getränk hat, glaubt man den Abnehmern, die inzwischen aus dem ganzen Regierungsbezirk und darüber hinaus stammen.
Kräuterliköre gelten als altbacken
„Es ist so schade, dass Kräuterliköre bei uns oft den Ruf haben, altbacken zu sein. Und das ist auch mit der Grund, warum Jägermeister und Co. so übermächtig sind auf dem Markt“, bedauert Oberpfalzer-Erfinder Marcel Wegner. Dabei suchten die Käufer immer öfter Produkte aus der Region, sagt der 42-jährige gebürtige Dresdner, den die Liebe in die Oberpfalz verschlagen hat. Frau Stefanie war es auch, mit der er 2016 die Idee für einen Kräuterlikör aus der Region für die Region hatte. Stefanie Wegner ist es nun, die sich mit einer Ausbildung zur Phytotherapeutin derzeit noch umfassender über die heilende Wirkung von hiesigen Kräutern fortbildet. „Für alles ist ein Kraut gewachsen“, lacht sie.
Kalmus, Nelke, Sternanis, Zitronenschalen, Curaçaoschalen, Zitwerwurzel, Kamille, Süßholz, Piment, Galgantwurzel, Angelikawurzel – nur einiger der Ingredienzien im Oberpfalzer, der trotz vieler Vorbehalte gegenüber Neuem und der scheinbar übermächtigen internationalen Mitbewerber auf dem Markt langsam, aber stetig die Oberpfalz erobert.
Aus der Region: Jägermeister keine Konkurrenz
„Die großen Marken sind für uns ohnehin keine Konkurrenz, wir wollten ein Produkt aus der Region für die Region“, sagt Wegner. „Die Liebhaber des Oberpfalzers kennen den Unterschied und kaufen ganz bewusst.“ Allein die Liste der Gastronomie-Betriebe, in denen der Likör inzwischen auf der Getränkekarte zu finden ist, wächst stetig. Und auch die Betriebe, in denen es den Oberpfalzer zu kaufen gibt, werden immer mehr. Metzgereien, Einzelhändler, Supermärkte, Tankstellen – Marcel Wegner arbeitet mit zahlreichen Geschäftsleuten aus der Region zusammen.
Und auch für die Herstellung des Oberpfalzers holte sich das Schorndorfer Paar einen erfolgreichen regionalen Partner zur Seite: Die Brennerei Liebl aus Bad Kötzting, regelmäßig mit Preisen für herausragende Qualität ausgezeichnet, ist dabei gleichzeitig für die Abfüllung und den Vertrieb des Oberpfalzers zuständig.
Geschäftsleute setzen auf Regionalität
„Es gibt aber auch hier in der Oberpfalz Macher, Mitmacher und Miesmacher“, hat Wegner herausgefunden. Es gebe inzwischen so viele mutige und aufgeschlossene Händler und Gastronomen, die ihre Kunden mit interessanten und attraktiven Angeboten aus der Region verwöhnen möchten. „Viele davon habe haben wir bereits gewinnen können.“ Anderen sei der Trend zur Regionalität einfach egal nach dem Motto „alles bleibt wie immer, keine Veränderung zulassen“. Wegner: „Da ist in den Köpfen kaum Platz für Neues.“
Offen für Neues: Oberpfalzer-Partner
Ein Partner, der offen ist für Neues, sitzt in Cham: Manfred Daiminger vom Landfrisch Fleischmarkt in Cham sagt: „Wo soll der Oberpfalzer besser reinpassen als zu uns; wir stehen für Regionalität.“ Doch inzwischen hat der Likör aus dem Landkreis Cham sämtliche Landkreise im Regierungsbezirk erobert. Diane Augustin von der Regensburger Metzgerei Eschenwecker Fleischwaren betont: „Wir waren von Anfang an überzeugt. Vom Namen, vom Design, vom Geschmack. Der Oberpfalzer schmeckt den Kunden und den Angestellten.“ Vor allem die kleinen Fläschchen verkaufen sich gut, sagt Augustin. „Wir packen den Oberpfalzer auch in jeden Geschenkkorb. Das schaut nett aus und steht für Regionalität.“ Besonders im Fasching gingen die Fläschchen in Massen über die Ladentheke. „Wir setzen bei allen unseren Produkten auf regional.“
Der Oberpfalzer: Ein Stück Heimat
Erstaunlich: „Online sind es vor allem Bestellungen aus anderen Bundesländern, die uns erreichen“, verrät Wegner. „Wir schreiben die Kunden dann an, um zu erfahren: warum gerade Oberpfalzer? Die häufigste Antwort ist, dass man sich ein Stück Heimat zuschicken lassen möchte. Das berührt uns immer wieder, denn das war der Ursprung der Idee vor vielen Jahren. Ein Produkt, welches für die gesamte Oberpfalz steht, und auf das man zurecht stolz sein kann.“
„Vertrieblich haben wir noch einige Lücken in der Oberpfalz mit über einer Million Einwohnern“, räumt Wegner ein. „Wir freuen uns immer wieder über Unternehmer, Gastronomen oder Händler in der Region, denen wir den Oberpfalzer vorstellen können.“ Wegner: „Unser Ziel: Jeder in der Oberpfalz sollte den Oberpfalzer einmal in seinem Leben probiert haben.“
