Bestände im Regental schrumpfen: Selbst im Vorzeigegebiet sterben Arten

Die bunte Welt in der Regentalaue eignet sich durchaus zum Schwarz-Weiß-Malen. Von den 28 vom Aussterben bedrohte Arten der Roten Liste brüten im europäischen Vorzeigegebiet der Vogelschützer regelmäßig noch zehn. Weitere elf Arten ziehen durch. Doch auch die Regentalaue ist bedroht.
Bezeichnenderweise sind es mit Peter Zach, Alfons Fischer und Jutta Vogl drei Ehrenamtliche, denen der Vogel- und Umweltschutz viele Erfolge und Erkenntnisse verdankt – so auch die hier genannten Zahlen.
Alarmierende Zahlen
Die sind zum Teil alarmierend: So ist der Kiebitzbestand von 260 Brutpaaren im Jahr 1970 auf aktuell 121 abgestürzt. Die Uferschnepfen haben sich von 15 auf acht Paare halbiert und auch der „große Brachvogel“, einst das Markenzeichen der Regentalaue, ist nur noch mit 12 bis 15 Brutpaaren vertreten – auch eine Halbierung.
Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Regental noch immer ein Glanzpunkt ist und Vögel und Insekten beherbergt, deren Namen mancher noch nie gehört hat. Das Tüpfelsumpfhuhn zum Beispiel oder den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart.
Genau den nennt die Pressestelle des Landratsamtes als eines der Beispiele dafür, dass auch das vorgelagerte Chambtal seine Bedeutung aus Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) noch nicht verloren hat. Doch auch sein Vorkommen ist auf ein Bruchteil geschrumpft im Vergleich zu 1970. Der Geschäftsführer des LBV, Markus Schmidberger hatte in unserer Vorberichterstattung das Sterben der Arten im Chambtal beklagt. Grund dafür, so Schmidberger, sei die ganz normale Landwirtschaft mit vier bis fünf Grasschnitten pro Jahr und der dafür notwendigen Düngung.
Hoffnung Managementplan
Pressesprecher Fabian Koller weist in der Antwort der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt den Eindruck zurück: Das Chamb-tal habe seine Funktion als FFH-Gebiet keinesfalls verloren. Aktuell werde auch ein Managementplan aufgestellt, um die Arten und Lebensräume dort zu erhalten. Im Raum Weiding-Nößwartling seien dazu über das Vertragsnaturschutzprogramm (VPN) 35 Flächen aus der intensiven Nutzung genommen worden.
Als Biodiversitätsberaterin am Landratsamt sei Katharina Kuhlmann dabei ein wichtiges Bindeglied zu den Landwirten in der Region. Nur wenn alle beteiligten Akteure an einem Strang ziehen, könne man ökologisch wertvolle Lebensräume erhalten, die auf eine naturschonende Bewirtschaftung angewiesen sind. Die VPN-Verträge laufen laut Koller jeweils fünf Jahre und betreffen seit 2022 insgesamt 2476 Flächen mit 3152 Hektar. Die Fläche vergrößere sich kontinuierlich. Hoffnung setzt die Umweltbehörde auf den Managementplan, der gerade in Arbeit ist. Die Daten darin müssten aber noch abgestimmt werden. Die Inhalte des Planes und die vorgeschlagenen Maßnahmen seien für die Behörden verbindlich.
Im Chambtal ist mit Michael Wagner seit 2021 und vorher Angelika Nelson ein hauptamtlicher Gebietsbetreuer in Teilzeit durch den Projektträger LBV im Einsatz. Die Gebietsbetreuer werden durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.
Im Regierungsbezirk Oberpfalz bilden 108 Gebiete, die zumindest anteilig in der Oberpfalz liegen, das Netz Natura 2000. Bei der Erstellung der Managementpläne, liegt die Federführung bei überwiegend Offenland bei der Höheren Naturschutzbehörde, so das Landratsamt auf die Frage nach der achtjährigen Dauer der Bearbeitung des Managementplans Regentalaue.
