Nach fünf Jahren: „Die Raumnot am SFZ hat endlich ein Ende“

Bad Kötzting. Es ist ein wirklicher Festtag am Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ), als am Montagvormittag nach mehrjähriger Umbau- und Erweiterungs-Phase das Gebäude mit einem großen Fest eingeweiht werden kann.
Schulleiterin Veronika Nerud freut sich in ihrer Ansprache sichtlich über das, was entstanden ist: Zehn Monate, Abschluss der Bauarbeiten 2020, das sei der Plan im Jahr 2017 gewesen, erinnert sich Nerud. Da seien aber Fördermittel und weitere Maßnahmen wie der Umbau des Schwimmbades zu Klassenzimmern noch nicht mit im Plan gewesen. „Was lange währt, wird endlich gut – und hier ist nicht nur alles vorzeigbar, sondern sogar außerordentlich gut gelungen“, freut sie sich.
Viel Geduld beim Bau des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Bad Kötzting
Dafür habe es viel „Geduld und Beharrlichkeit“ gebraucht – nicht nur auf Seiten der Schüler und Lehrer während der Arbeiten im laufenden Betrieb, sondern auch bei den Bauverantwortlichen des Architekturbüros Schnabel und Partner mit Bauleiter Richard Richter und Stadtbauamtsleiter Christian Kopf als Beauftragter der Stadt, die Bauherr gewesen ist. Landrat Franz Löffler zeigt sich in seiner Rede davon überzeugt, dass Investitionen in die Bildung immer gut angelegt seien. Die abgeschlossene Maßnahme sei auch ein Bekenntnis zur Sonderpädagogik, der sich Landkreis als Sachaufwandsträger und Mieter des Gebäudes von der Stadt gemeinsam gestellt hätten. „Eine perfekte Zusammenarbeit im Sinne der Menschen“, wie er es nennt. Er freut sich: „Die Raumnot hat endlich ein Ende!“
Dabei freut er sich nicht nur über Neuerungen wie die Mensa, sondern auch über die landkreisweite Stütz- und Förderklasse, die an diesem Tag auch zentral in Bad Kötzting eröffnet werden könne. Das freue ihn besonders, da diese Schüler ansonsten in Internate hätten gehen müssen oder anderweitig weite Schulfahrten vor sich gehabt hätten. Mit einem Video erinnern die Schüler anschließend daran, wie es für sie während der Bauphase gewesen war. „Laut“ ist da das Wort, das am häufigsten fällt – aber natürlich auch, dass es „schön geworden“ sei.
Die Festrede hält Ministerialdirigent Walter Gremm aus dem Kultusministerium. Ein ermutigendes Zeichen sei die Feier an diesem Tag, in der sich viele die Frage nach der Zukunft stellten. „Da sind solche Maßnahmen, vor allem, wenn sie fertig sind, ein großartiges Statement der Zukunft.“
Sonderpädagogischen Förderzentrum: Inklusion wird hier gelebt
Alle Schularten auf einem Schulhügel, das habe ihn schon bei der Fahrt nach Bad Kötzting beeindruckt. Kooperation und Integration, „das, was heute als Inklusion heute viele Diskussionen bestimmt“, werde hier schon gelebt. Die Schule habe gezeigt, dass Krisen – auch die Corona-Krise, die mitten in die Bauphase gefallen sei – meistern könne. Das Wichtigste an der Schule, das seien aber natürlich die Schüler. „Ihr hab auf viele Dinge geachtet, die auch besonders wichtig sind“, sagt Gremm. Türen, Fenster, „kein Kasten, in den man einfach eingesperrt ist“, das sei das SFZ nach Abschluss der Arbeiten – und noch viel mehr. Neue Mensa, mehr Platz allgemein, eine Schule, in der auch die Schüler gerne gehen sollen, das sei hier entstanden. Schulgeschichte, das sei eben auch Baugeschichte – eine, die am SFZ einen hervorragenden Abschluss gefunden habe.
Bürgermeister Markus Hofmann verleiht seiner Freude Ausdruck, dass die Arbeiten abgeschlossen sind. Ein Moment der Freude und des Stolzes sei es für die Stadt, die doch eher selten Bauherr bei einem Schulhaus sei. Statt geplant zwei Millionen Euro seien es am Ende etwa 2,7 Millionen Euro und damit 30 Prozent mehr geworden, was die Maßnahmen gekostet hätten – ohne Fördermittel vom Staat nicht zu machen für die Kommune, die immerhin 1,7 Millionen Euro erhalten habe.
Christof Bayer vom Architektur-Büro übergab die Schlüssel an Schulleiterin Nerud, bevor Pfarrer Thomas Winderl und Pfarrerin Katrin Nagel die neuen Räume segneten und anschließend alle Besucher einen Rundgang machen konnten.

