Pedelecs erobern Kelheims Fahrradgeschäfte – Das sind die Trends

Von Etienne Nückel · 17. Mai 2023 um 19:00

Kelheim. Vom Nischenprodukt zum Kassenschlager: E-Bikes und Pedelecs machen bei Kelheimer Fahrradhändlern mittlerweile einen Großteil des Umsatzes aus. Es gibt derzeit sogar einen Trend zu kleineren Batterien.

Der Verkauf von E-Bikes und Pedelecs ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Laut Statista hat sich die Zahl der verkauften E-Bikes in Deutschland zwischen 2018 und 2022 mehr als verdoppelt: Von unter einer auf über zwei Millionen Stück pro Jahr. Das macht sich auch bei Kelheimer Fahrradhändlern bemerkbar.

Bei Björn Jessen von 2-Rad Jessen bringen Pedelecs bereits mehr Umsatz als herkömmliche Fahrräder. Ohne Kinderräder liege der Anteil der Pedelecs bei rund 80 Prozent. Bei Florian Weinzierl von der Bike-Station ist etwa jedes zweite verkaufte Fahrrad ein Pedelec. Uwe Sperger verkauft bei eBikePlus ohnehin nur noch Pedelecs und E-Bikes.

Kelheimer Fahrradhändler kennen die Trends

Bei Jessen und Weinzierl ging der Pedelec-Boom während der Corona-Zeit so richtig los. Sperger hatte sich schon davor auf E-Bikes spezialisiert. Vor Corona habe man sich teils rechtfertigen müssen, wenn man Pedelec gefahren sei, erinnert sich Weinzierl. Er hat sich nach eigener Angabe auf den Sportbereich spezialisiert. Damals hätten Pedelecs als angestaubt und uncool gegolten. Vorbei.

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Die Vorteile des Pedelecs hätten sich oft über Mundpropaganda im Bekanntenkreis verbreitet, erzählen Jessen und Weinzierl. Der Nachbar, die Frau oder ein Vereinskamerad hatte eins und plötzlich konnte man nicht mehr mithalten.

Kleinere Batterien, mehr Digitalisierung

Die Händler machen verschiedene Trends aus: Schnittstellen zwischen Bordcomputer und Smartphone, Lasten-E-Bikes oder solche mit drei Rädern für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, mehr Komfort und leichtere Rahmen. Während manche Nutzer fast durchgängig mit maximaler Unterstützung fahren, gebe es auch einen Trend zum „E-Bike-Light“, sagt Weinzierl: Das sind meist Mountainbikes, die eine kleinere Batterie haben. Die seien bei Leuten gefragt, die zwar weitestgehend mit Muskelkraft fahren, aber dann und wann Unterstützung beispielsweise an steilen Hängen wollen.

Lieferengpässe gibt es laut Jessen, Weinzierl und Sperger nur noch vereinzelt. Wer dieser Tage ein Pedelec kaufen möchte, sollte mit etwa 3000 Euro kalkulieren. Nach oben gebe es beim Preis keine Grenze.

Björn Jessen von 2-Rad-Jessen Foto: Nückel
Uwe Sperger von eBikePlus Foto: Nückel