Ein Supermarkt zieht um: Erster Blick in den neuen Edeka in Bad Kötzting

Von Christina Hainzinger-Feigl · 13. Mai 2023 um 10:30

Bad Kötzting. Seit Freitag ist der Edeka-Markt am Bahnhofsweg in Bad Kötzting Geschichte. Jetzt freuen sich Martina und Stefan Segerer auf die Eröffnung des neuen Standorts an der Westumgehung am 25. Mai.

Was haben die beiden in den vergangenen drei Jahren nicht alles getan: Angebote von Handwerkern und Firmen eingeholt und verglichen zum Beispiel – denn die Segerers sind Eigentümer des Marktes und müssen Inventar oder auch die Waren selbst bezahlen. Auf zwei Millionen Euro schätzt Stefan Segerer die Summe, die sie investiert haben. Dafür hatte das Ehepaar bei Einrichtung und Co. freie Hand. Martina Segerer: „Alles, was hier zu sehen ist, ist von uns so geplant und gewollt.“

In ganz Bayern war das Ehepaar unterwegs, um sich Edeka-Märkte anzusehen und Anregungen zu holen. Das Ziel war „ein Supermarkt, bei dem der Kunde beim Betreten sagt: ‘Wow, ist das cool hier‘“, formuliert es Stefan Segerer. Den Grundplan von Edeka verwarfen die beiden schnell, wollten dem Markt ihren „eigenen Stempel“ aufdrücken.

Bad Kötztinger Edeka an der Westumgehung: Großzügig und gemütlich

Es sei ein großzügiger und doch gemütlicher Markt ohne kahle Wände, mit Altholz-Elementen (im „Oa-Heisl“ oder der „Holzschupfa“) und LED-Beleuchtung (in der Wein- und Kosmetikabteilung) geworden, sagt Martina Segerer. Mit Lieferschwierigkeiten hatten die Segerers nicht zu kämpfen, auch nicht mit explodierenden Preisen. „Wir haben alles vor Ausbruch des Ukrainekriegs zu festen Preisen bestellt. Sonst wäre das Ganze um einiges teurer geworden. “

Neben der Partnerfiliale der Post und der Lotto-Annahmestelle ergänzen auch eine Bäckerei und das Café/Restaurant Woidlounge das Serviceangebot. Für die Bäckerei haben sich die Segerers durch die Waren von so einigen regionalen Bäckern probiert. Und für die Woidlounge hat Stefan Segerer sogar einen IHK-Kurs belegt, um als Betreiber eine Schanklizenz zu erhalten. „Wir sind also jetzt Bäcker, Wirt und Kaufmann.“

Ware wird im Edeka „eingespiegelt“

Seit zwei Wochen werden an der Westumgehung die Regale – das gesamt Inventar ist komplett neu – eingeräumt. Es wurde auch Ware „eingespiegelt“: Das bedeutet, dass von jedem Artikel, der am bisherigen Standort angeboten wurde, zwei Exemplare in ein Regal am neuen Standort eingeräumt werden. Damit sich die Kunden von Anfang an zurechtfinden, gibt es eine Woche vor Eröffnung einen Prospekt nebst Plan, „in den jedes Regal eingezeichnet ist“ verspricht Stefan Segerer.

Der neue Edeka

Zahlen, Daten, Fakten: Etwa 30000 verschiedene Artikel (vorher: 28000) werden auf 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten; zusammen mit dem Lager und der Woidlounge (Bäckerei/Café/Restaurant) verfügt der neue Markt über 2900 Quadratmeter Fläche (vorher insgesamt 1400). Sieben Vollzeitkräfte (vier in der Bäckerei, eine in der Metzgerei, zwei für die Kasse) wurden zusätzlich eingestellt. Insgesamt sind dann im neuen Edeka-Markt etwa 50 Voll-, Teilzeitkräfte und Aushilfen beschäftigt. Im Innenbereich der Woidlounge gibt es 50 Sitzplätze, auf der Terrasse noch einmal 40.

Das ist neu: Bäckerei mit Waren von Bäckern aus dem Bad Kötztinger Umland sowie Edeka-Produkten; Café/Restaurant Woidlounge (Frühstück von 8 bis 11 Uhr; warme Küche mittags bis nachmittags, wofür extra ein Koch eingestellt wurde; Kaffee und Kuchen); Salatbar in der Obst- und Gemüseabteilung; viele neue Produkte, auch von regionalen Zulieferern (Kaffee von der Rösterei Chamer Land, Stoi-Produkte von Ludwig Mauerer...); größere Frisch-Fisch-Theke; Dry Age-Schränke in der Metzgerei

Zeitachse: Die Planungen für den neuen Standort begannen 2020, als Martina und Stefan Segerer den Edeka im Bahnhofsweg von Markus Aschenbrenner übernahmen. Eine Edeka-Standort-Analyse hatte ergeben, dass in der Pfingstrittstadt das Potenzial für einen größeren Markt gegeben ist. Nach der Schließung des alten Standortes zum 13. Mai öffnet der neue Markt am Donnerstag, 25. Mai – rechtzeitig vor Pfingsten, das war den Segerers wichtig. Zuvor, ab dem 22. Mai, baut eine Firma alle Regale und Kühlungen im alten Edeka ab, die ins Ausland weiterverkauft werden. Am 30. Mai übergibt das Ehepaar Segerer die geräumte Immobilie an den Edeka-Konzern, der Mieter des Gebäudes im Bahnhofsweg ist.

Letzte Arbeiten in der Woidlounge; Mitarbeiter von mindestens 40 Firmen seien mit Ausbau und Co. des neuen Edekas beschäftigt, schätzt Stefan Segerer.
Halbvolles Regal im neuen Markt: Das Einräum-Team von Edeka berät in Sachen sinnvolle Regalplatzierung; die Maggi-Produkte werden 3,5 Meter Platz im Regal einnehmen.
Halbleeres Regal im alten Markt: In den vergangenen Wochen gab es im Bahnhofsweg immer weniger Produkte zu kaufen. Die meisten Kunden hatten dafür Verständnis, sagt Martina Segerer.
Historische Edeka-Logos zieren eine Wand im neuen Supermarkt. Fotos: Christina Hainzinger-Feigl
Viele Details prägen die Ausstattung – wie die Glühbirnen in der Weinabteilung, die in Glasflaschen verbaut sind.