Willkommen in Waldmünchens futuristischen Fitness-Park

Von Petra Schoplocher · 11. Mai 2023 um 19:00

Waldmünchen. Ein wenig futuristisch sehen sie aus, die großen roten Scheiben, die da seit einigen Wochen gepaart mit einer Menge Edelstahl am Straßenrand stehen. Und sie haben tatsächlich mit Zukunft zu tun.

Wer sich bewegt, tut etwas für seine Gesundheit, bringt es Seniorenbeiratsvorsitzender Arnold Lindner auf den Punkt. Genau dazu soll die rot-graue Kombination anregen.

„Bewegungsparcours“ ist das überschrieben, was die Stadt dank des Förder-Fonds EU-react in den vergangenen Wochen in der Dr.-Matthias-Lechner-Straße schaffen konnte. Einem gefällt das besonders: Arnold Lindner, dessen jahrelanges „Quengeln“ in dieser Richtung damit ein Ende gefunden hat. Der erinnert sich, dass er schon vor rund 30 Jahren versuchte, den Sport aus den Turnhallen zu bringen. Seit knapp zwei Jahren habe er sich intensiv um genau dieses Projekt Bewegungspark bemüht. „Ich bin dankbar, dass ich das jetzt durchsetzen konnte.“

Bewegung ist die beste Prophylaxe

Bewegung ist nachgewiesenermaßen eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Alterserscheinungen – körperliche und geistige. Entsprechend breit und ganzheitlich sind die Stationen ausgewählt und angelegt worden, betont der Seniorenbeiratsvorsitzende. Mobilität, Beweglichkeit, Kräftigung, „wenn man‘s richtig macht, sogar inklusive Bauch- und Rückentraining“.

Feuertaufe in Waldmünchen bestanden

Seine Feuertaufe hat der Parcours schon bestanden, berichtet Arnold Lindner nicht ohne Stolz. 26 Frauen und Männer hatte er Anfang Mai im Schlepptau, die Resonanz: „Die waren begeistert.“ Lindner schwebt vor, mit der Montags-Gruppe immer mal wieder einen Abstecher zu machen. Weil mehr als zehn Personen zeitgleich an den Geräten schwierig ist, schwebt ihm eine Teilung vor: eine Hälfte an den Geräten, die andere spaziert die Spendenlauf-Runde ab. „Eine ideale Ergänzung“, sagt er zu dem knappen Kilometer mit Startpunkt AquaFit-Parkplatz.

Der Ort sei wohl gewählt, betont Lindner, hofft man doch, dass die aktiveren Bewohner des angrenzenden BRK-Heims die Stationen rege nutzen. Den „Dagegen-Rednern“, die sich wegen der angeblich exponierten Lage schon formiert haben, hat Lindner vieles entgegenzusetzen. Im Vorbeifahren würden Übende bestimmt nicht ausgespechtet. Zudem werde durch noch folgende entsprechende Bepflanzung Privatsphäre geschaffen. Zuguterletzt sein bestes Argument: Die Vorteile überwiegen einfach.

Bewegungsparcours icht nur für Waldmünchner Senioren

Der Parcours ist ausdrücklich nicht nur für Ältere oder Senioren gedacht, sondern für alle – das unterstreicht auch Frank Schürmann, der das Projekt von Stadtseite von Anfang an begleitet hat. Er verweist auf den Vielfachwert: Senioren, die spazieren gehen, bekämen neue Anreize. Wer Lust auf Bewegung verspüre, habe einen neuen Anlaufpunkt. „Haben wir nicht alle einen Bewegungsdrang?“

Schürmann ist voll des Lobes bezüglich der Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat. An diesen werden – symbolisch – die Stationen am Samstag auch übergeben, stellvertretend für die Allgemeinheit. „Wenn wir schon an die Zielgruppe herangehen...“, unterstreicht Schürmann.

Dass die sechs Stationen im Straßenzug „relativ“ weit auseinander liegen, hat primär landschaftsplanerische Gründe. „Wir wollten nicht alles geballt“, erläutert Schürmann. Kleiner Lindnerscher Nebengedanke: Von A nach B sei auch ein Weg...

Tag der Städtebauförderung

Mit den veranschlagten rund 200 000 Euro ist der Bewegungsparcours an der Matthias-Lechner- Straße das kleinste der vier EU-react-Projekte, mit der die Stadt ihr (Innenstadt)Gesicht nachhaltig verändern wird. Die anderen sind: Der Vorplatz des Bürgerspitals, die Schulstraße sowie die Neugestaltung der Friedhofstraße. Alles Quartiergärten, die am Samstag, dem Tag der Städtebauförderung, vorgestellt werden sollen. Beginn ist um 14 Uhr.

Minimales Risiko

Zurück zum Bewegungsparcours, der ab 14.45 Uhr eingeweiht werden soll. Dessen Geräte sind so gewählt, dass das Risiko bei Alleinbenutzung minimal ist, unterstreicht Arnold Lindner, der bei der Auswahl dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Seniorensport mitgewirkt hat.

Aufgebaut hat diese die Waldmünchner Baufirma Wagner, die zwar oft anderweitig unterwegs ist, aber schon beim Spielplatz Räuberhöhle am Perlsee und ähnlichen Projekten bewiesen hat, dass sie „auch kreativ“ kann.

Fundament ist entscheidend

Dem Fundament komme bei derartigen Vorhaben große Bedeutung vor, sagt Chef Siegfried Wagner. Auch müsse die rund um die einzelnen Geräte definierte „Bewegungsfläche“ genau beachtet werden. Die sei durch das entsprechende Gerät vorgegeben, betont der Unternehmer.

Für ihn und seine Mannschaft sind derartige Aufträge zwar eher selten, aber deswegen nicht weniger reizvoll. Und wenn man dann das, was man in Waldmünchen in die Erde verfrachte, sogar in Hamburg sehe, „dann weiß man, wo man unterwegs ist.“ Oder sich bewegt.

„Spielerisch fit“: Einmal in der Übersicht und einmal an jeder Station werden die Übungen genau erläutert.
Hier ist Beinarbeit gefragt: Die Initiatoren haben auf Einbeziehung möglichst vieler Bereiche geachtet.