Große Pläne für die Luftrettung – auch im Landkreis Schwandorf

Namenspate für eine Oberpfalzbahn ist die Region Schwandorf bereits, nun prangt auch noch das Landkreiswappen auf dem Rettungshubschrauber Christoph 80 in Weiden. Der könnte bald noch öfter in die Gegend fliegen: Landrat Thomas Ebeling (CSU) und die DRF Luftrettung wollen die Flugzeiten erweitern.
Das wurde kürzlich bei einem Pressetermin am Hangar des Hubschraubers in Latsch bei Weiden bekannt. Ebeling nahm daran in seiner Funktion als Vorsitzender des neu fusionierten Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord teil. Diesem gehört auch die Luftrettungsstation, die vor zwölf Jahren gebaut wurde, wie Geschäftsleiter Alfred Rast berichtete. Zudem würden aus dem Personal der Integrierten Leitstelle die Notfallsanitäter für den Hubschrauber gestellt.
Rettungshubschrauber ist eine fliegende Intensivstation
Bislang befindet sich Christoph80 im Tagflugbetrieb. Das heißt: Er steht den Disponenten der Leitstelle immer von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zur Verfügung. Christoph Regensburg kann dagegen auch nachts fliegen. Vor allem in den Wintermonaten schränkt der Tagflugbetrieb die Möglichkeiten des Weidener Hubschraubers ein, wenn sich die Crew mit Blick auf die eintretende Dunkelheit schon gegen 16 Uhr abmelden muss. Doch das könnte sich im Herbst ändern.
Hinter Christoph 80 verbirgt sich ein Airbus-Helikopter der neuesten Generation. Die Maschine vom Typ H145 ist laut Geschäftsleiter Rast „grundsätzlich nachtflugtauglich“. Die Piloten operieren dann mit Nachtsichtbrillen und können sich zudem auf Hochleistungsscheinwerfer verlassen. Der Zweckverband will nun zusammen mit der DRF Luftrettung um deren Vorstand Krystian Pracz beim Innenministerium und den Krankenkassen beantragen, „auch in den Wintermonaten den Hubschrauber länger fliegen zu lassen, gerade in der Rush-Hour bis 19, 20 Uhr“, wie es Verwaltungsdirektor Rast formulierte. „Das wäre ein Riesenschritt für die Region“, ergänzte der DRF-Vorstand Pracz.
Landrat Ebeling unterstützt dieses Vorhaben. Der CSU-Politiker zeigte sich begeistert vom Rettungshubschrauber. „Da ist alles im Einsatz, was man so im Einsatz haben kann. Hightech pur, ich bin schwer beeindruckt“, erklärte Ebeling nach einer Besichtigung, bei der ihm der Leitende Hubschrauber-Notarzt Jürgen Altmeppen des Equipment vorstellte.
Christoph 80 hat auch ein kleines Labor an Bord
„Wir haben eines der modernsten Rettungsmittel zur Verfügung gestellt bekommen“, zeigte sich der Mediziner stolz. Man habe sogar mit einem Blutgasanalysegerät ein kleines Labor dabei. Auch Neugeborene habe man schon im Inkubator geflogen. Im vergangenen Jahr wurde Christoph 80 insgesamt 1308Mal von der Integrierten Leitstelle alarmiert, 98 Einsatzorte befanden sich dabei im Landkreis Schwandorf.
Die Region sei dank des Helikopters „ein Stück sicherer“, fasste Ebeling zusammen. „Die Luftrettung wird in Zukunft eine deutlich wichtigere Funktion einnehmen, weil die Wege in der stationären Versorgung nicht kürzer werden“, erklärte der Landrat weiter.
Neuer Standort für die Integrierte Leitstelle gesucht
Indes beschäftigt den neuen Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord die Suche nach einem neuen Standort. Die beiden Betriebsstätten in Weiden und Amberg sollen zusammengelegt und so Kosten eingespart werden. Dazu soll ein neues Gebäude für den Zweckverband und die Leitstelle errichtet werden – womöglich zusammen mit der Polizei, die ihre Verkehrspolizeiinspektionen Amberg und Weiden mit der Autobahnpolizeistation Schwandorf in einem großen Verbund zusammenlegen will.
Laut Ebeling gebe es mehrere gute Gründe, dass sich der neue Standort in der Nähe des Autobahnkreuzes A6/A93 im Landkreis Schwandorf befinde. Dem Zweckverband seien dazu mehrere Grundstücke vorgeschlagen worden, die nun bewertet werden. Eine Entscheidung sollen die Verbandsräte dann in ihrer Sitzung am 13. Juni in Weiden treffen.

