Franke (19) übernachtet auf 1700 Metern im Schnee: Alles nur für die Survival-Show „7 vs. wild“

Von Christiane Vogl · 8. Mai 2023 um 19:16

Ein 19-Jähriger aus dem Nürnberger Land hat für einen Live-Stream auf der Plattform „Twitch“ mit ungeeigneter Ausrüstung eine Nacht in 1700 Metern Höhe bei Garmisch-Partenkirchen verbracht. Freunde meldeten es der Polizei, die überwachte ihn. Jetzt nennt er seine Gründe.

Dass seine Aktion „Nackter Schneeengel“nicht bei jedem gut ankommen wird, dürfte dem 19-jährigen „Benjamool“, wie er sich selbst in den sozialen Medien nennt, klar gewesen sein. Davon abgehalten, eine Nacht mit ungeeigneter Ausrüstung in 1700 Metern Höhe bei Garmisch-Partenkirchen zu verbringen, hat ihn das allerdings trotzdem nicht – nicht für Klicks, wie der junge Franke im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern betont, sondern für die Möglichkeit, einmal im Leben an einer Survival-Show teilzunehmen.

„Ich habe währenddessen schon mitbekommen, dass sich Freunde Sorgen gemacht haben“, sagt der 19-Jährige über seine Nacht an der Hochalm. Zwar habe er die Bedenken teils nachvollziehen können, „doch ich war nicht in Gefahr, was ich auch immer wieder während des Streams betont habe“.

Benjamool bedauert seine Aktion teilweise

Abstreiten, dass es im alpinen Gelände kalt war, möchte der junge Mann nicht, doch so schlimm, wie von einigen angenommen, sei es nicht gewesen. „Meine Klamotten sind zum Beispiel schnell getrocknet, als ich mich in den Schlafsack gelegt habe“, sagt der Streamer aus dem Nürnberger Land im Gespräch. Er habe einige Erfahrung mit Bergwanderungen und „wusste, dass ich es schaffe“. Dass sich aber nicht nur Freunde Gedanken über seinen Zustand gemacht haben, bedauert „Benjamool“ im Nachhinein aber doch: „Falls ich Rettungskräften ihre kostbare Zeit gestohlen habe, dann tut mir das sehr leid.“

Aktion für den Traum, bei „7 vs. Wild“ mitzumachen

Doch wofür überhaupt die ganze nächtliche Tortur? Ging es um Aufmerksamkeit in den sozialen Medien? – „Nein“, sagt der Nürnberger ganz klar. Er habe die Aktion nicht für die Berichterstattung durchgezogen, sondern um sich seinen großen Traum zu erfüllen: an einer Survival-Show teilzunehmen. Der Live-Stream sollte dabei eine Art „Bewerbungsvideo“ für das Format „7 vs. Wild“ werden, bei dem auch ausgewählte Zuschauer mit einer sogenannten „Wildcard“ mitmachen können.

„Ich habe das also für eine kleine Chance getan, Teil der Show zu werden. Mich fasziniert die Idee, in der Wildnis zu überleben, schon lange. Leider habe ich aber nicht die finanziellen Mittel, um mir beispielsweise entsprechende Ausrüstung zu leisten“, so der junge Mann. Der momentane Medienrummel sei „ganz cool“, trotzdem steht für den Streamer die Showteilnahme klar im Vordergrund: „Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, mach‘ ich es.“