Kienberger folgt auf Kruschina: Er wird der neue Pfarrer von Roding

Von Bastian Schreiner · 6. Mai 2023 um 19:15

Sieben Wochen, nachdem der Rodinger Pfarrer Holger Kruschina (52) seinen Wechsel nach Nittenau bekanntgegeben hat, steht sein Nachfolger fest. Mit Matthias Kienberger (49) wird ein Seelsorger nach Roding kommen, der Rom wie seine Westentasche kennt.

Aktuell wirkt Kienberger noch in der Pfarreiengemeinschaft Alteglofsheim-Köfering im Landkreis Regensburg. Dort ist er seit September 2008 im Einsatz. Nach 15 Jahren führt ihn sein Weg nun in den Landkreis Cham.

Schockstarre und Tränen

Die beiden Geistlichen haben die Personalie jeweils in den Gottesdiensten am Wochenende verkündet. Und es wiederholte sich in den rund 40 Kilometer entfernten Kirchen das, was Holger Kruschina Mitte März mit seiner Ankündigung, Roding schon bald zu verlassen, ausgelöst hatte: Schockstarre und die Frage, wie es nun weitergeht. „Die Betroffenheit bei den Menschen war groß. Es flossen sogar Tränen“, erzählt Kienberger.

Das Bischöfliche Ordinariat sei auf ihn zugekommen mit dem Wunsch, die Pfarrstelle in Roding zu übernehmen. „Das ist eine Ehre, wenn man gefragt wird. Deshalb habe ich auch am nächsten Tag zugesagt“, lässt Kienberger wissen. Der Zeitpunkt der Anfrage habe ihn zwar überrascht, jedoch liege der Wechsel beim Blick auf die Dienstjahre an einem Ort „im normalen Turnus“.

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Matthias Kienberger, der aus Euersdorf im Landkreis Straubing-Bogen stammt, wurde am 1. Juli 2000 gemeinsam mit dem ehemaligen Rodinger Kaplan Wolfgang Hierl von Bischof Manfred Müller zum Priester geweiht. Seine erste Station als Kaplan trat Kienberger in Eggenfelden (2000 bis 2003) an. Danach kam er nach St. Wolfgang in Regensburg (2003 bis 2005). Weiter ging es für Kienberger als Pfarradministrator in Köfering, bis er schließlich 2008 Verantwortung für die Pfarreiengemeinschaft von Alteglofsheim und Köfering übernahm. Im Jahr 2020 feierte er sein 20. Priesterjubiläum.

Der 49-Jährige verlässt die Einheit im Nachbarlandkreis mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Ich freue mich auf die schöne neue Herausforderung in Roding“, sagt er. Auf der anderen Seite falle es ihm schwer, die Zelte in der Pfarreiengemeinschaft, die er aufgebaut habe und die auf einem guten Weg sei, abzubrechen. „Es gibt noch einiges zu tun, gerade was die Umstrukturierungen, die die Pastorale Planung mit sich bringt, betrifft“, so Kienberger.

Der Pfarrer kennt Rom übrigens wie seine Westentasche: Er studierte in der ewigen Stadt ein Jahr lang an der päpstlichen Universität Gregoriana und war im irischen Kolleg, unweit des Laterans, untergebracht. Die geschlossenen Freundschaften hält Kienberger noch immer aufrecht: Regelmäßig führt er als geistlicher Leiter für die Pilgerstelle der Diözese Reisegruppen durch Rom und den Vatikan. „Ich will nicht das Standardprogramm zeigen, sondern einen Blick hinter die Kulissen und Plätze aufzeigen“, sagte er vor ein paar Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit Baumaßnahmen ist der Geistliche ebenso vertraut wie mit Fernsehgottesdiensten. Bereits zwei Mal war das ZDF zu Gast in Alteglofsheim.

Ein erfahrener Seelsorger

Dem scheidenden Stadtpfarrer Holger Kruschina ist die Erleichterung anzumerken. Er ist froh, dass die Nachfolge endlich geregelt ist. Zumal es immer schwieriger werde, die freien Pfarrstellen zu besetzen. Matthias Kienberger, den er aus dem Studium kennt, sei ein erfahrener Seelsorger. „Genau der Richtige für Roding“, sagt Kruschina, der am Wochenende schon mit seinem Nachfolger telefoniert hat. Am Freitag wird Kienberger nach Roding kommen und der Pfarrei einen Besuch abstatten.