Geschäftsidee: In Regensburgs Altstadt eröffnet bald ein Mini-Baumarkt

Nägel, Schrauben, Dübel: Andreas Kölbl bringt den Eisenwarenhandel zurück in Regensburgs Zentrum.
Kulturelles Angebot, Restaurants, Flanieren im Welterbeflair: Oft haben die 13.000 Altstadtbewohner die Qual der Wahl. Trotzdem kann es auf dieser vermeintlichen Insel der Glückseligen ziemlich schnell ziemlich ungemütlich werden. Denn immer wenn hier etwas so Kleines, aber Essenzielles und Halt gebendes wie ein Nagel, eine Schraube, ein Dübel oder ein Dichtungsring fehlt, werden die Wege für die Menschen im Welterbeensemble lang. Während sie den Rest ihrer alltäglichen Besorgungen zu Fuß erledigen können, müssen sie Eisenwaren in ihrem Umfeld mit der Lupe suchen. Andreas Kölbl will das ändern und füllt so auch einen von Regensburgs vielen Leerständen mit neuem Leben.
In wenigen Wochen plant er, seinen Mini-Baumarkt in der Schwarze-Bären-Straße eröffnen. „Ende Mai, Anfang Juni“, sagt er. Hämmer, Zangen, Sägeblätter, Muttern, Haken, Ösen, aber auch Kabel, Schutzkleidung oder Schmiermittel werden in den Regalen liegen. „Das klassische Eisenwarensortiment“, kündigt der 43-Jährige an. Mit einer Einschränkung: Hier soll es nichts geben, für dessen Abtransport seine Kunden ein Auto benötigen.
Idee aus Bukarest
Auf die Idee sei der in Obertraubling lebende Kölbl, der zuvor im Außendienst eines Herstellers von Elektrowerkzeugen und Haushaltsmitteln arbeitete, während eines Besuchs bei seiner Verwandtschaft in Bukarest gekommen. „Dort gibt es solche Läden an jeder Ecke. In Regensburg oder anderswo in Deutschland habe ich das aber noch nicht gesehen“, sagt er.
Josef Ebnet, Bereichsleiter für den Geschäftsbereich Verkehr, Handel und Stadtentwicklung bei der Industrie- und Handelskammer für die Oberpfalz und Kelheim, begrüßt die Ansiedlung des Mini-Baumarktes, weil den Anwohnern in der Altstadt so ein zusätzliches Warenangebot unterbreitet wird. „Zudem kann dadurch ein weiterer Leerstand beseitigt werden, was sich indirekt positiv auch auf die Geschäfte in der direkten Nachbarschaft auswirkt“, sagt er. Denn zum einen entstehe durch weniger Leerstand ein attraktiveres Umfeld, zum anderen könne das neue Geschäft für zusätzlichen Kundenverkehr sorgen. Als Magnet für Kunden von außerhalb der Altstadt werde der Mini-Baumarkt vermutlich aber nicht fungieren, prognostiziert Ebnet. „Höchstens für schnelle Impulskäufe“, sagt er
Neugierige Passanten
Die Neugier der Passanten in der Schwarze-Bären-Straße scheint Kölbl in Bezug auf diese Geschäftsidee aber schon einmal Recht zu geben. Viele lesen die Schilder, auf denen die Eröffnung des Mini-Baumarkts angekündigt wird, tuscheln und schauen dem Chef durch den Rundbogen am Eingang beim Einräumen der Regale zu. „Sobald die Tür auf ist, kommen sie auch rein und fragen, was das ist“, sagt er.