Die kleinen Feuerschwäne beweisen in Schwandorf ihr Können

Von Renate Ahrens · 4. Mai 2023 um 19:00

Schwandorf. Kinder gehen noch völlig unbefangen und ohne Berührungsängste an die Themen Brand oder Unfall heran. Das zeigten die Feuerschwäne der Feuerwehr Schwandorf zum einjährigen Bestehen der Kinderfeuerwehr eindrucksvoll den Eltern und Gästen. Dabei lernen die Kinder auch vieles für den Alltag.

Nur gemeinsam ist man stark, so lautet die wichtigste Botschaft der fünf Betreuer an den Nachwuchs. Der Spaß kommt auf keinen Fall zu kurz – alle sind mit Feuer und Flamme in den Gruppenstunden dabei. Vieles lernen die Kinder, auch für den Alltag.

Konzentriert knotet die elfjährige Emily unter Anleitung von Betreuer und Maschinist Thomas Hochmuth das Seil. Ein Sicherungsknoten sei das, erklärt Emily fachmännisch und gibt zu, das sei gar nicht so einfach. Doch auf Anhieb klappt es. Bald, mit zwölf Jahren, will Emily unbedingt zusammen mit ihrer besten Freundin Lina in die Jugendfeuerwehr, berichtet sie strahlend und stolz. „Es macht hier nämlich sehr viel Spaß.“ Lina nickt und sagt, ebenfalls aktiv bei der Feuerwehr werden zu wollen – so „wie der Opa“, der frühere Kreisbrandrat Robert Heinfling, der das Amt viele Jahre innehatte.

21 Kinder sind bei der Kinderfeuerwehr Schwandorf aktiv

Knotenkunde gefällt Lina am besten, und sie weiß genau, was bei einem Brand zu Hause zu tun wäre: „Notruf absetzen, sehen, ob alle draußen sind und dann raus. Und auch bei Nachbarn klopfen und sie warnen.“

Die beiden angehenden Feuerwehrexpertinnnen sind Feuerschwäne, wie insgesamt 21 Kinder von sechs bis elf Jahren in Schwandorf. Alle zwei Wochen üben sie spielerisch wichtige Aufgaben der Feuerwehr. Erst im Jahr 2018 wurden die rechtlichen Grundlagen für die Kinderfeuerwehr geschaffen, und man hofft, die Kleinen auf diese Weise langfristig an die Feuerwehr zu binden. Denn Nachwuchsgewinnung, so erklärt Sebastian Kraus, einer der Betreuer und 2. Vorsitzender der Schwandorfer Feuerwehr, sei eine der wichtigsten Aufgaben. „Wir haben durchaus Probleme, Jugendliche und Erwachsene für den aktiven Dienst aufzunehmen.“

Die Leiterin der Feuerschwäne, Sabrina Fuchs, ist selbst seit vielen Jahren Feuerwehrfrau. Ihren letzten Einsatz hatte sie erst am Dienstag, zusammen mit Susanne Priztel, ebenfalls Betreuerin der Kinderfeuerwehr. Ein „Stück weit der Welt etwas zurückgeben“, das sei ihre Intention für ihr Engagement, sagt Fuchs und beobachtet mit Freude, wie begeistert die Feuerschwäne den Parcours absolvieren, den die Kinder ihren Eltern zeigen – und damit, was sie alles schon gelernt haben.

Kinder setzen sich für die Allgemeinheit ein

An einer Station wird gerade das Verhalten bei einem Unfall geübt. Gekonnt und sicher bringen die Kinder den „Verletzten“ in eine stabile Seitenlage. Jeder Feuerschwan hat zu Beginn einen Erste Hilfe-Kurs absolviert. Auch die Absetzung eines 112-Notrufes an die Leitstelle Amberg wurde am Telefon geübt. Und löschen darf man nie mit Wasser, das hat jeder Schwan längst gelernt.

Aber die Feuerschwäne setzen sich noch in vieler Hinsicht für die Allgemeinheit ein. So hat man bei einer Aktion schon Müll gesammelt, und natürlich kommt auch das Feiern nicht zu kurz, wie bei Faschingspartys. Familie Schwanke findet das Konzept prima – so wie alle Eltern. „Leo geht immer sehr gerne hierher und zeigt uns zu Hause, was bei einem Notfall zu tun wäre“, sagt sein Vater lachend.

Auf diese Weise profitieren sogar die Eltern von der Brandschutzerziehung ihrer Kinder. Zum Beispiel sollte man den Pfannengriff am Herd nicht herausstehen lassen, erklärte schon manches Kind daheim. Kommandant Klaus Brunner, der den ersten Geburtstag der Feuerschwäne am Mittwoch mitfeierte, hält das für einen guten Nebeneffekt. Er beschenkte die Kinder mit „Süßem und Seilen“, und alle jubelten. Mit den Seilen können sie nun auch zu Hause üben.

Große Aufgabe im Herbst

Denn im Herbst steht eine erste große Aufgabe bevor: die Teilnahme an der „Kinderflamme“. Bei diesem Abzeichen wird mündlich und schriftlich abgefragt, was bisher gelernt wurde. Zunächst freuen sie sich auf eine weitere Premiere: Erstmals nehmen die Feuerschwäne am Volksfestzug in Schwandorf teil. Eine Probe dafür erfolgte bei der Geburtstagsfeier. Die Schwäne zogen stolz mit neuer Tafel, gefertigt in Handarbeit von der Mutter des zweiten Vorsitzenden, in den Raum zu ihren Eltern ein. Auch beim Volksfestzug werden die Kinder mit Feuereifer dabei sein – nur gemeinsam sei man schließlich stark.

Balancieren zu können ist wichtig bei einem Einsatz und wurde im Parcours geübt.
Knotenkunde steht oft auf dem Programm. Bei der Feier zeigten die Schwäne, was sie gelernt haben.