Drei Frauen holen die Regensburger in die Maximilianstraße

Von Marion Koller · 4. Mai 2023 um 05:00

Regensburg. Die heruntergewirtschaftete Prachtmeile im Herzen der Domstadt wandelt sich rasant – Über die Zukunft sollen sich möglichst viele Bürger Gedanken machen.

Einen langgehegten Wunsch vieler Regensburger hat die Stadt erfüllt: Seit einigen Tagen schenken 19 Hainbuchen der Maximilianstraße mehr Aufenthaltsqualität. Die Bäume sind eine weitere Maßnahme, um den vernachlässigten Stadteingang herauszustaffieren. Auch das Glore mit nachhaltiger Mode, das Urban Coffee und das Coffee Fellows, Bücherwurm und neue Restaurants beleben die Verbindung zwischen Bahnhof und Dom.

Straße in den Blick nehmen

Drei Frauen haben sich für Mai und darüber hinaus einiges vorgenommen. Sie wollen die Regensburger in die Maximilianstraße 26 (M26) locken: mit einer Kunstausstellung, einer Schau historischer Bilder der einstigen Prachtstraße in Schaufenstern, mit einer Führung und Zukunftsdebatten. Die Frauen sind Stephanie Reiterer von der Agentur Bauwärts, die Autorin und Regensburg-Kennerin Rita Lell und Kulturentwicklerin Carolin Binder von der Stadt. Beim M26 handelt es sich um einen Leerstand, dessen kulturelle Zwischennutzung die Kommune fördert. Auch fließen Gelder von Freistaat und EU.

Am Donnerstag ab 17 Uhr geht es um einen Austausch mit Stadträten, der Donumenta-Leiterin Regina Hellwig-Schmid und Milchschwammerl-Besitzer Florian Rottke. Wer sich für die Zukunft des Viertels interessiert, sollte mitdiskutieren.

Die Bilder von Kunstschaffenden aus dem Andreasstadel für die Vernissage am Freitag ab 18 Uhr hängen bereits. „Opening Stadel goes M26“ heißt die Schau etwas umständlich. Mit dabei ist Lena Schabus, die sich mit digitalem Bildcomposing einen Namen gemacht hat. Am Kulturmontag, 8. Mai, um 19 Uhr bietet sie im M26 einen Collagen-Workshop zur Maxstraße. Teilnehmer werden diese künstlerisch erforschen. Noch besitzt die Straße hässliche Ecken, doch gerade sie können einen ästhetischen Reiz entwickeln. „Sie ist immer noch ein Transitort, aber es ist schon so viel passiert“, sagt Carolin Binder (34).

Rita Lell präsentiert in der Schaufensterausstellung ab 17. Mai historische Bilder. Einige der repräsentativen Gebäude stehen noch: Das Café Fürstenhof von 1911 im barockisierenden Jugendstil, das Rokoko-Parkhotel von 1890 oder das Jugendstil-Wohn- und -Geschäftshaus mit der Nummer 25, in dem heute eine Bäckerei verkauft. Am 26. Mai führt Lell als Gastgeberin durch „Die Maximilianstraße im Wandel der Zeit“. Es sollen Ideen für eine Belebung gesammelt werden. Geschäftsleute wie Ghanem Al Hayal vom Frischemarkt, Juraj Sobolic vom Urban Coffee, Serdar Er von Coffee Fellows oder die Betreiber des Hotels Weidenhof stellen sich vor. Sie servieren Baklava und Muffins.

Vom Gleis 1 bis zum Dom

Zeitzeugin Agnes Hierl berichtet vom Wandel der Maxstraße, von Kammer Lichtspielen und Kaufhaus Bilka. „Das soll ein Stehempfang für die Bürger werden“, kündigt die 73-jährige Rita Lell an, die mehrere Titel über die Stadt veröffentlicht hat.

Architekt Joachim Buck, Vorsitzender des Arbeitskreises Kultur Regensburger Bürger, wird am 25. Mai ab 17 Uhr unter dem Titel „Das M26 Quartier“ eine Mikro-Stadtführung im Viertel leiten.

Unter dem Motto„Kulturachse Maximilianstraße“ führt Buck am 5. Juni ab 19 Uhr vom Bahnhof mit dem Ausstellungsraum Art Lab Gleis 1 der Donumenta über das Peterskirchlein, den Milchschwammerl und die Maxstraße zum Dom. Die Schaffung einer Kulturachse ist erklärtes Ziel der Frauen vom M26 und vieler Mitstreiter.

Die Maximilianstraße im Jahr 1952: Historische Ansichten wie diese werden bei einer Schaufenster-Ausstellung gezeigt. Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation