Velburger Unternehmensgruppe meldet Insolvenz an – Partner gesucht

Velburg. Hiobsbotschaft für Velburg: Das bis jetzt so erfolgreiche Ingenieurbüro Burnickl Ingenieure hat Insolvenz angemeldet. Jetzt will sich die Unternehmensgruppe im Insolvenzverfahren neu aufstellen.
Wie die Presseabteilung der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun mitteilte, ist Volker Böhm vom Nürnberger Standort der Kanzlei zum vorläufigen Insolvenzverwalter der deutschen Gesellschaften des Unternehmens bestellt worden.
Das 2011 gegründete Ingenieurbüro, das auf die Technische Generalplanung spezialisiert ist, hat Tochterunternehmen in München, Bamberg, Passau, Würzburg und Frankfurt sowie dem spanischen Valencia. Für die spanische Gesellschaft wurde bisher kein Insolvenzantrag gestellt.
Weiter heißt es, dass Böhm sich mit seinem Team bereits an den Sitz der Unternehmens-Gruppe in Velburg begeben hat. „Wir prüfen die wirtschaftliche Situation von Burnickl Ingenieure, den Status der laufenden Projekte und die Sanierungsoptionen“, sagt Böhm.
Velburger Ingenieure haben 250 Projekte am Laufen
Derweil laufe der Geschäftsbetrieb an den deutschen Standorten und am Standort Valencia auch nach dem Insolvenzantrag weiter. Die Unternehmens-Gruppe verfügt laut Böhm über eine breites Kundenspektrum. Zu den Auftraggebern gehören neben Unternehmen aus unterschiedlichen Industrie-Branchen insbesondere die öffentliche Hand. Derzeit ist Burnickl Ingenieure in rund 250 Projekten tätig. Die Belegschaft sei über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert.
Die Löhne und Gehälter der rund 90 Beschäftigten an den deutschen Standorten sind laut Pressemitteilung bis Ende Juli über das Insolvenzgeld abgedeckt. Ab August soll Burnickl Ingenieure so aufgestellt sein, dass die Löhne und Gehälter wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden. Dafür setzt Böhm zusammen mit Peter Burnickl, dem Gründer und Geschäftsführer, die Suche nach einem Partner fort, die bereits vor dem Insolvenzantrag begonnen wurde.
„Ziel ist, die Unternehmens-Gruppe im Insolvenzverfahren neu aufzustellen und eine Fortführungs-Perspektive zu schaffen, mit der das renommierte Ingenieurbüro seine Potenziale ausschöpfen kann“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.
„Mit dem passenden Partner sehe ich Chancen, dass das gelingen kann. Der Bereich Technische Generalplanung, auf den Burnickl Ingenieure spezialisiert ist, verzeichnet aktuell trotz der insgesamt nicht einfachen Situation in der Immobilienwirtschaft eine hohe Nachfrage. Denn die Technische Generalplanung spielt bei Umbauten im Bestand, aber auch bei Neubauten eine wichtige Rolle. Daher haben die Expertise und die Lösungen von Burnickl Ingenieure im Markt ein erhebliches Potenzial“, sagt Böhm.
Die Neuaufstellung der Unternehmens-Gruppe und der Einstieg eines Partners sei unter anderem durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie die Preissteigerungen bei Energie, Materialien und Rohstoffen notwendig geworden, die indirekt Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation bei Burnickl Ingenieure hätten.
Burnickl geht bei den Immobilienprojekten in Vorleistung
Das Marktumfeld im Bau- und Immobilienbereich habe sich auch angesichts der steigenden Zinsen und Preise für Materialien und Rohstoffe in den letzten Jahren eingetrübt. „Burnickl Ingenieure geht bei seinen Aufträgen in Vorleistung und wird im Projekt je nach Bauabschnitt bezahlt. Aufgrund von Verzögerungen im geplanten Ablauf von mehreren Bauprojekten verschob sich die Bezahlung für Burnickl zeitlich stark hinter die eigentliche Planung“, sagt Peter Burnickl.
Böhm erläutert: „Die entstandene Liquiditätslücke konnte die stark wachsende Unternehmens-Gruppe bis zum geplanten Einstieg eines Partners aus eigener Kraft nicht schließen. Gleichwohl ist mit der Neuaufstellung und dem Einstieg eines Partners weiterhin eine Fortführungslösung für Burnickl Ingenieure möglich.“
