„Niemand soll hungern“: Passauer Dönerstand verschenkt Essen an Bedürftige

Beim ehemaligen Autohaus Hofbauer in der Neuburger Straße in Passau steht seit April 2022 der Dönerstand von Ameer „Miro“ Al-Sudani. Der 29-Jährige kämpft wie viele mit explodierenden Kosten und hat dennoch ein Herz für Bedürftige: Wer sich gerade kein Essen leisten kann, der bekommt von ihm Essen geschenkt. „Ich sehe die Menschen als Familie, niemand soll hungern.“
PNP: Wie sind Sie auf diese Hilfe für Bedürftige gekommen?
Ameer Al-Sudani: Ich war vor kurzem in Erlangen und Nürnberg, da gibt es viele Obdachlose. In Passau ist es nicht so schlimm – ich bin hier und in Vilshofen aufgewachsen, ich weiß das –, aber trotzdem können sich manche ein Essen am Kiosk nicht leisten.
Muss man seine Bedürftigkeit nachweisen?
Nein. Ich weise nur darauf hin, dass man diese Gutmütigkeit bitte nicht ausnutzen soll.
Wie lautet Ihre Regelung genau?
Wenn jemand Obdachlose kennt oder Menschen, die es sich gar nicht leisten können, dann können sie sie zu uns schicken. Wir schenken ihnen eine Mahlzeit und ein Getränk.
Man kann auch gerne jetzt essen und später mal bezahlen. Und wenn man mal gar nicht zahlen kann, dann ist das nicht schlimm, denn niemand soll hungern.
Kommt da eine religiöse Einstellung bei Ihnen durch?
Ja, auch. Meine Familie stammt aus dem Irak, aber ich bin in Deutschland aufgewachsen und ich bin überzeugt: Alles, was man hergibt, kommt wieder einmal zurück. Zwei bis drei Döner herschenken im Monat, davon sterbe ich nicht.
Obwohl man Ihnen natürlich nichts schenkt, oder?
Natürlich nicht! Und das habe ich auch hier an meinem Kiosk angeschrieben, weil manche Kunden schon gefragt haben, warum der Döner jetzt sechs Euro kostet. Sie sind noch von früher vier oder fünf Euro gewöhnt...
Und wie erklären Sie diesen Kunden den Preis?
Ich habe hier ein Schild aufgestellt und ein paar Beispiel hingeschrieben: Fleisch um 34,38 Prozent teurer, Tomaten um 70,57 Prozent, Gurken plus 153,85 Prozent, Salat um fast 170 Prozent. Auch Gas und Strom sind natürlich teurer geworden, unser Dönerspieß läuft elf Stunden am Tag auf 400 Grad... Ein Döner kostet in Passau und Umgebung bis zu 7,50 Euro, da finde ich unseren Preis noch sehr gerechtfertigt.
Sie bieten ja nicht nur Döner an...
Stimmt, es sind 30 Gerichte. 60 Prozent der Zutaten dafür müssen täglich frisch eingekauft werden, der Rest einmal pro Woche. Und das alles muss man kühlen, das kostet natürlich auch.
Haben sie deshalb sechs Tage lang geöffnet, damit die Fixkosten durch mehr Tage geteilt werden können?
Ja, nur Sonntag ist geschlossen – und da bin ich mit der Herstellung der Saucen beschäftigt (lacht).
Woher stammt eigentlich der Name „Prince Döner“?
Das ist mein Name: „Ameer“ heißt übersetzt „Prinz“.