Anteil an ausländischem Bier steigt hierzulande: Das sagt der Deutsche Brauer-Bund

Trinken die Menschen immer weniger heimisches Bier - und stattdessen mehr internationale Marken? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man das Sortiment in den Super- und Getränkemärkten der Region ansieht. Was sagt der Deutsche Brauer-Bund dazu?
Immer öfter locken in Geschäften prominent platziert ausländische Biermarken wie zum Beispiel:
- Peroni (Italien)
- Estrella Galicia (Spanien)
- San Miduel (Spanien)-
- Corona (Mexiko)
- Budweiser (Tschechien)
- Mythos (Griechenland)
- und viele Marken aus dem holländischen Heineken-Konzern wie die Mutter-Marke Heineken (Niederlande), Desperados (Niederlande), Gösser (Österreich), Karlovačko (Kroatien) oder Birra Moretti (Italien).
Manche davon sind in den letzten Jahren auch durch verstärktes Sponsoring von internationalen Sport-Events wie Formel 1 und Fußball in den Fokus der deutschen Konsumenten gerückt. Aber täuscht der Eindruck oder wird tatsächlich immer mehr ausländisches Bier getrunken?
„Wir können die These, dass angeblich immer mehr ausländische Biere in Deutschland getrunken werden, nicht bestätigen. Im Gegenteil, die Entwicklung ist sehr konstant“, sagt Nina Göllinger, Pressesprecherin beim Deutschen Brauer-Bund.
So viel Hektoliter Bier wurden in Deutschland verkauft
Im Jahr 2011 wurden laut Deutschem Brauer-Bund betrug der Inlandsabsatz 79.864.888 Hektoliter Bier, davon entfielen 4.622.735 Hektoliter auf importiertes ausländisches Bier (5,8 Prozent).
Im Jahr 2016 betrug der Inlandsabsatz 76.213.723 Hektoliter Bier, davon 4.467.126 Hektoliter importiertes ausländisches Bier (5,9 Prozent).
Im Jahr 2021 - laut Brauer-Bund sind das die aktuellsten verfügbaren Zahlen - betrug der Inlandsabsatz noch 67.734.832 Hektoliter Bier, davon entfielen 4.662.112 Hektoliter auf importiertes ausländisches Bier (6,9 Prozent).
„Da der deutsche Biermarkt beziehungsweise der Inlandsabsatz jedoch insgesamt rückläufig ist, wächst im Vergleich dazu natürlich rein rechnerisch der prozentuale Anteil ausländischer Biere am Gesamtabsatz in Deutschland“, erklärt die Brauer-Bund Pressesprecherin.
Das hat die Corona-Pandemie damit zu tun, dass mehr Corona und Co. getrunken wird
Beim Blick auf die Zahlen muss laut Nina Göllinger außerdem berücksichtigt werden, dass die Corona-Krise den deutschen Brauereien schwer zugesetzt hat. „Die Lockdowns der Gastronomie sowie die Absage tausender Veranstaltungen in den vergangenen zwei Jahren haben für die Brauwirtschaft einen massiven Verlust ihrer Absatzmengen zur Folge gehabt“, sagt sie.
Importbiere spielen bei diesen Absatzwegen jedoch keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Sie konnten laut Göllinger vielmehr von den während der Pandemie gestiegenen Absätzen im Handel profitieren und von dem Konsum höherpreisiger Produkte - auch beim Bier - während der Lockdowns und daher trotz Corona ihren Absatz stabil halten, was den scheinbaren Anstieg im Jahr 2021 erklärt. Sprich: Während Corona wurden ausgerechnet Marken wie Corona (Mexiko, beziehungsweise seit der Pandemie in Belgien gebraut) mehr gekauft.
In absoluten Zahlen haben die Biereinfuhren jedoch nicht zugelegt. Die Erfolge einzelner Importmarken gehen nach Ansicht des Deutschen Brauer-Bundes eher zulasten anderer Importmarken, nicht jedoch der in Deutschland gebrauten Marken. Die Vorlieben jener Konsumentinnen und Konsumenten, die gerne Importbiere trinken, haben sich also innerhalb des Importsegments verlagert - einer der größten Profiteure ist dabei der Heineken-Konzern, der nach eigenen Angaben zuletzt in Deutschland jedes Jahr deutliche Zuwächse beim Absatz verzeichnete.
Deutsche Biere werden international stark nachgefragt
Deutsche Biere sind nicht nur im Inland weiterhin sehr beliebt und werden stark nachgefragt, sondern auch international. Das beweise laut Brauer-Bund Pressesprecherin Nina Göllinger der Exportanteil von über 18 Prozent im Jahr 2021 - und dem ein weiterhin eher geringer Marktanteil von knapp 7 Prozent der Importbiere gegenüberstehe.
Im Jahr 2021 (vor Beginn des Ukraine-Krieges) wurde deutsches Bier laut Brauer-Bund vor allem in folgende Länder exportiert:
1. Italien
2. Russische Föderation
3. China
4. Niederlande
5. Vereinigte Staaten
